Being As An Ocean, Counterparts und Holding Absence in Hannover 17. April 2019, MusikZentrum

Being As An Ocean am 17.04.2019 live im MusikZentrum in Hannover
Foto: Cynthia Theisinger

Eine der gefragtesten Bands aus dem Melodic-Hardcore-Bereich ist wieder auf ausgedehnter Europa-Tour. Die Rede ist natürlich von Being As An Ocean, die heute im MusikZentrum Hannover das ein oder andere Liedchen spielen wollen. Als Support haben sich die Kalifornier mit Counterparts und Holding Absence zwei richtige Kracher ins Boot geholt. Der Tisch ist also gedeckt für einen großartigen Konzertabend.

„We love and appreciate every one of you. Thank you for being with us tonight“

So sieht gutes Parenting heutzutage aus

Bereits zum Einlass ist das MusikZentrum ordentlich besucht und die Autokennzeichen lassen feststellen, dass einige Fans einen ziemlichen Ritt auf sich genommen haben, um beim Konzert dabei zu sein. Was man nicht alles tut für seine Lieblingsband. Sogar einige Elternteile haben es sich nicht nehmen lassen, ihre Kids zu ihrer Lieblingsband zu fahren. So sieht gutes Parenting heutzutage aus!

Standesgemäß werden erst einmal die Merchstände der Bands ausgecheckt oder ein kühles Getränk zu sich genommen. Aber man fühlt schon – wie auch schon bei vorherigen Konzerten von Being As An Ocean – dass die Luft vor Spannung knistert. Was auch nicht verwunderlich ist, denn die Konzerte der Kalifornier sind immer etwas Besonderes.

„It’s so good to see you tonight!“

Los geht es pünktlich um 20.00 Uhr mit den Durchstartern von Holding Absence. Die Jungs haben vor kurzem ihr Debütalbum veröffentlicht und gehen damit gerade steil durch die Decke. Die Waliser um Frontmann Lucas Woodland sind dementsprechend richtig guter Dinge und legen nach einem kurzen Intro gleich mit „Perish“ ordentlich los. Die Mischung aus cleanem, emotionalem Gesang und Post Hardcore weiß zu begeistern und zieht das Publikum bereits weniger Sekunden vor den Bühnenrand, um die Band zu feiern.

Zu Songs wie „Monochrome“ oder „Your Love (Has Ruined My Life)” wird bereits ordentlich getanzt und auch – sehr zur Freude der Waliser – mitgesungen. Frontmann Lucas kann sich gar nicht oft genug beim bestens aufgelegten Publikum bedanken. Mit „Penance“ beenden Holding Absence unter großen Applaus und vielen Zugaberufen ein kurzes, aber energiegeladenes Set, was allen sichtlichen Spaß gemacht hat. Das kann man mal einen Auftakt nach Maß nennen.

Bildergalerie: Holding Absence

„Let’s get this fuckin‘ energy up“

Jetzt wird es schnell, jetzt wird es brachial, denn Counterparts entern die Bühne nach kurzer Umbaupause und machen ab Sekunde eins mit „No Servant Of Mine“ keine Gefangenen. Die ersten Mosh- und Circle-Pits lassen hier natürlich nicht lange auf sich warten und kurze Zeit später geht es vor der Bühne richtig heiß her. Sogar die ersten Stagediver kann man jetzt schon ausmachen. Die Band um Frontröhre Brendan Murphy hat sich wohl zum Ziel gemacht, das MusikZentrum heute kräftig durchzuschütteln und mit Songs wie „Monument“, „Bouquet“ und „The Disconnect“ gelingt den Jungs das fast mühelos.

Dass die Szene eine große Familie ist, zeigt sich nicht nur dadurch, dass Frontmann Brendan dies während des Sets immer wieder freudestrahlend betont, sondern auch dadurch, dass für „Witness“ kurzerhand Gitarrist Chris Smitheram von Holding Absence auf die Bühne geholt wird, um mit dem Rest der Band den Song zu performen. Gitarrist Blake scherzte nach dem sehr gelungenen Kurzauftritt von Chris, dass er wohl bald arbeitslos sei, so gut wie das gerade war. Es ist schön zu sehen, dass immer noch diese Verbundenheit unter den Bands besteht und man sich gegenseitig unterstützt, pusht und einfach eine gute Zeit miteinander hat.

Bildergalerie: Counterparts

Schon fast obligatorisch lässt es sich Brendan nicht nehmen, auch das Publikum ein paar Zeilen der Songs singen, schreien beziehungsweise bölken zu lassen und das lässt sich nur zu gern darauf ein. Vor allem bei „The Disconnect“ wird es richtig laut. Counterparts versprühen live eine unglaubliche Energie, die jeden in seinen Bann zieht, was bei ihrem letzten Song „You’re Not You Anymore“ noch einmal richtig deutlich wird. Das Publikum dreht jetzt richtig frei und es wird lautstark mitgesungen, gemosht und gedived, als ob es keinen Morgen gibt. Unter tosendem Beifall verabschieden sich Counterparts in den wohlverdienten Feierabend. Die Luft fängt langsam an, vor Aufregung zu knistern, denn das Grande Finale steht vor der Tür. Also schnell noch einmal etwas Luft schnappen und was trinken, denn gleich wird es mit Being As An Ocean nicht weniger intensiv vor der Bühne zugehen.

„Wunderbar”

Wenn man sich ein bisschen umguckt, sieht man viele erwartungsvolle und ungeduldige Gesichter, die schon alle mit den Hufen scharren. Zum Glück sind die Stage-Hands fix bei der Sache und nach kurzer Umbaupause betreten die Headliner Being As An Ocean unter tosendem Beifall und unter sphärischem rosarotem Licht die Bühne. Bei den ersten Klängen zu „OK“ gibt es vor der Bühne kein Halten mehr. Überall wird getanzt, gefeiert und vor allem eins: unglaublich lautstark mitgesungen. Sowas sorgt für ganz großartige Gänsehautmomente. Frontmann Joel Quartuccio gibt sich – wie immer – gerne publikumsnah und sucht das ein oder andere Mal den direkten Kontakt mit den Zuschauern in der Menge, die nur zu gerne mit dem sympathischen Frontmann feiern. Joel findet das „Wunderbar“ und freut sich sichtlich über das bestens aufgelegte Publikum.

Bildergalerie: Being As An Ocean

Songs wie “Dissolve”, „Know My Name” und “Glow” werden gnadenlos vom unglaublich gut aufgelegten Publikum abgefeiert und Joel gefällt es in der Menge anscheinend so gut, dass er gar nicht wieder auf die Bühne geht. Es ist einfach pure Magie, wenn Being As An Ocean auf der Bühne stehen und so auch heute wieder.

Aber jeder Zauber muss einmal ein Ende haben und so beenden Being As An Ocean mit „The Hardest Part Is Forgetting Those You Swore You Would Never Forget“ ein großartiges Konzert und verlassen unter tosendem Beifall die Bühne. Zugaben gibt es heute nicht und ganz ehrlich: Wenn ein Konzert so unglaublich gut und rund war, ist das auch nicht nötig. Die glücklichen Gesichter der Zuschauer beweisen das.

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