Blond und Beginnings in Hannover

Blond am 24.10.2018 im Béi Chéz Heinz in Hannover
Foto: Jenny Bank

Das bunte Trio aus Chemnitz namens Blond macht auf ihrer Trendy-Tour auch in Hannover Halt. Dabei ist auch die Berliner Punkrockband Beginnings, die diesen Monat ihr Debütalbum “Recover” auf den Markt gebracht haben und dieses nun präsentieren.

 

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Punkrock vs. Glitzerpailetten

Trotz Verspätung eine solide Punkrockshow

Das Wochenende schon fast in Sicht und den ganzen Tag nur Nieselregen. Da lockt es doch ins Béi Chéz Heinz, um im muckelig-warmen Keller Live-Musik zu lauschen. Eigentlich sollte es um 20.00 Uhr starten, doch es ist noch niemand von der Supportband zu sehen, geschweige denn Merch am Merch-Stand oder Instrumente auf der Bühne. Das Publikum steht schon bereit und schaut in regelmäßigen Abständen auf die Uhr. Kurz nach 20.00 Uhr erscheinen dann erste Bandmitglieder und hetzen eilig hin und her, um Instrumente auf die Bühne zu schleppen. In Windeseile wird ein schneller Soundcheck gemacht und dann geht es um 20.24 Uhr schließlich los.

“Hallo wir sind Beginnings und wir fangen jetzt an”. Die Berliner starten mit dem Song “Rising”. Dieser ist top, doch wirkt die Band noch etwas gestresst und technische Probleme machen auch noch etwas zu schaffen. Nach dem Song wird das Publikum aufgeklärt was los war: “Wir hätten es fast nicht geschafft, es war ein Alptraum. Wir sind zweimal liegen geblieben auf der Autobahn und standen noch im Stau”. Doch nach zwei, drei Liedern sind Alptraum und der anfängliche Stress vergessen und Beginnings liefern eine gute Show ab. Das Debütalbum “Recover”, der Berliner Punkrockband, welches diesen Monat erschien, begeistert das Publikum. Auch Sänger Ville Rönkko nutzt die kleine Stufe runter von der Bühne des Kellerclubs, um mitten im Publikum zu spielen.

Für Ansagen bleibt aufgrund der Verspätung nicht so viel Zeit, also wird mehr Wert darauf gelegt, die geplanten Songs zu spielen. Kurz vor 21.00 Uhr wird dann auch schon der letzte Song angekündigt. “Das war doch noch nicht alles, oder? Einen gibt’s doch noch!”, erschallt es da sofort aus dem Publikum. Daraufhin erwidert Ville: “Ne. Einen gibt’s noch!” Vorher muss nochmal kurz etwas an der Technik verbessert werden, dann gibt es noch “All Or Nothing” auf die Ohren. Als wirklich letzten Song spielen sie “Solitary” und verabschieden sich dann um 21.00 Uhr, um die Bühne für Blond frei zu machen.

„Winkt doch mal, das sieht von hier vorn so schön aus”

Nach kurzer Umbaupause startet dann das Kontrastprogramm zur Vorband. Schon optisch unterscheiden sich Blond sehr von den Punkrockern. Nina und Lotta, Schwestern der Kummer-Brüder von Kraftklub sind in rote Pailettenkleider mit herzförmigem Gürtel gekleidet. Aber auch Bandkollege Johannes nimmt sich da nichts mit goldfarbenem Pailettensakko und dicker, schwarzer Sonnenbrille.

“Hallo Hannover, wir sind Blond. Winkt doch mal, das sieht von hier vorn so schön aus”.
Das Publikum ist heute sehr gemischt. Das liegt vielleicht auch an der etwas interessanten Zusammenstellung von Supportband und Hauptact. Bei Beginnings schlugen die Punkrockherzen höher, während bei Blond eher die Indie-Tanzbein-Adern zucken. Allerdings sind einige auch nur zur Show von Beginnings dagewesen und gehen nun, während sich andere nun erst zu Blond dazugesellen.

Einen “brandneuen” Song gibt es heute zu hören. Anscheinend sogar so neu, dass er noch keine Titel hat. Das Publikum soll mit Vorschlägen später an den Merch-Stand kommen. Apropos Merch-Stand, Lotta fragt Johannes: “Was magst Du denn am liebsten von unserem Merch-Stand?” Daraufhin Johannes mit seiner tiefen, gröligen Stimme: “Blond Tattoos. Jetzt am Merch-Stand für nur vier Euro!” Der neue Song geht jedenfalls sehr ins Ohr.

Am liebsten nur Spinaci

Die Band ist bekannt für ihre außergewöhnlichen Bühnenauftritte. Dies stellt sie auch am heutigen Abend unter Beweis. So gibt es Choreographien die vorgeführt werden und das Publikum nachmachen soll und dies auch ziemlich professionell durchführt. Dafür wird es auch von Nina gelobt. Da Kraftklub-Blut in den Blond-Adern fließt, wird auch noch eine Version von “Chemie Chemie Ya” zum Besten gegeben, um noch “dieses neue Hip Hop zu präsentieren, welches gestern aus den USA zu uns herüber geschwappt ist”. Daraufhin folgt der Song, auf den das Publikum nur gewartet zu haben scheint. Bei “Spinaci” ist die Stimmung nicht nur am Brodeln, sondern richtig am Kochen. Nina fordert das Publikum auf sich zu teilen. Könnte vielleicht an eine Wall Of Death erinnern, wäre man nicht auf einem Blond Konzert. Dementsprechend entsteht daraufhin weniger ein Moshpit, als eher eine freie Tanzfläche.

Um 22.16 Uhr wird dann auch der letzte Song angekündigt, woraufhin das Publikum in einen “Hört niemals auf”-Gesang verfällt. Als Zugabe wählt das Trio eine ganz besondere Inszenierung des Songs “Hallelujah”: Sie spielen das Original von Jeff Buckley nur auf Blockflöte und Keyboard und tanzen dazu. Das Publikum holt Handy-Taschenlampen und Feuerzeuge raus, bevor die Show dann um 22.40 mit noch einer kurzen Version von “Ice Ice Baby” endet.

Blond

Beginnings