Comeback Kid – Heavy Steps

Vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzen, immer die Gefahr im Auge, einzubrechen und abzustürzen. Immer wieder die Balance finden, auf dem richtigen Weg zu bleiben – Nicht nur in der anhaltenden und unsicheren Corona-Pandemie ein Gefühl, in dem sich viele wiederfinden.

Auf ihrem neuen Album „Heavy Steps“ stellen sich Comeback Kid dieser Hilflosigkeit und Verzweiflung entgegen, immer im Hinterkopf habend, wie schnell einem der Boden unter den Füßen weggezogen werden kann.

Es gibt nicht viele Bands, die es schaffen, sich immer wieder neu zu erfinden und weiterzuentwickeln, aber dennoch stets an ihrer ganz eigenen Note festhalten. Comeback Kid zelebrieren dies auch auf „Heavy Steps“ par excellence.Hanna

Schon auf ihren Vorgängeralben präsentieren Comeback Kid ihre musikalische Vielseitigkeit und setzen auf „Heavy Steps“ noch einmal einen oben drauf. Drei Songwriter mit drei verschiedenen Genrevorlieben kreieren ein Album, das sich an Härte immer wieder übertrifft und sich abwechslungsreicher kaum gestalten könnte. Und das Wichtigste: In keinem Moment verlieren die Songs an der typischen Comeback Kid-Handschrift.

Der Kampf gegen die inneren Dämonen

Der Kampf gegen die inneren Dämonen und drückende Einflüsse von außen, die das dünne Eis unter den eigenen Füßen zum Einreißen bringen und die ganz eigene Entscheidung: Versuche ich der Gefahr zu entkommen oder warte ich darauf, einzubrechen und abzustürzen? „Better run, better now. Bet it’s worth betting on not always gonna win. Crawling on thin ice, I’m stalling…“ („Heavy Steps“).

Für Comeback Kid scheint letzteres keine Option und immer wieder wird die Stärke gefunden, sich aus der misslichen Lage hinauszumanövrieren, auch wenn es alles andere als leicht fällt und viel Kraft kostet: „There’s no easy, no easy way out. And there’s nothing to protect you now“ („No Easy Way Out“).

Eine würdige und berührende Hommage

Frontmann Andrew Neufeld glänzt mit einer stimmlichen Varianz, die seit „Outsider“ (Albumreview) noch einmal weiter ausgebaut wurde. Metallastige Gitarren, dröhnender Bass, treibendes Schlagzeug: In den rund elf Songs vereinen die Kanadier das Beste aus Hardcore, Metalcore und Metal und haben somit sicherlich ihr bis dato härtestes und dunkelstes Album geschrieben.

Während beispielsweise der Opener und Titeltrack „Heavy Steps“ und „Crossed“ (featuring Joe Duplantier von Gojira) in Hardcore-Gefilden unterwegs sind, schlagen „Face The Fire“, „True To Form“ und „Everything Relates“ eher in die catchy Melodic-Hardcore-Punk-Kerbe. Die Metalelemente ziehen sich durch das gesamte Album und sind so durchgängig präsent.

Mindestens aufgrund des Hintergrunds besonders hervorzuheben ist der Song „Everything Relates“, für den Comeback Kid gesangliche Unterstützung von Deez Nuts-Frontmann JJ Peters bekommen. Während der Aufnahmen im Studio verstarb Bassist Sean Kennedy, ein guter Freund von Andrew Neufeld. Dieser widmete ihm den Song und so singen er und JJ gemeinsam den letzten Refrain – Eine würdige und berührende Hommage.

Ein Lächeln in dunkelsten Zeiten

Es gibt nicht viele Bands, die es schaffen, sich immer wieder neu zu erfinden und weiterzuentwickeln, aber dennoch stets an ihrer ganz eigenen Note festzuhalten. Comeback Kid zelebrieren dies auch auf „Heavy Steps“ par excellence.

Ganz viel Liebe für dieses durch und durch großartige Werk, das dem einen oder anderen auch in den dunkelsten Zeiten sicherlich mindesten ein Lächeln auf die Lippen zaubern wird und vielleicht ein kleines Licht ist, an das man ich halten kann.

Video: Comeback Kid – Heavy Steps

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