Hamburg – Am gestrigen Abend gastierte die Böblinger Post-Hardcore-/Indie-Rock-Formation Heisskalt in der Hamburger Markthalle. Auch wenn die Spielstätte nicht ganz ausverkauft war, zeigte sich der Raum gut gefüllt. Die anwesenden Fans sorgten über die gesamte Länge der Show für eine durchgehend positive und aufmerksame Atmosphäre.
Starker Support: Palebloom mit neuer Debüt-EP
Eröffnet wurde der Abend von den aus Köln stammenden Palebloom. Die Emo-/Post-Hardcore-Band, die sich mit ihrer frisch erschienenen Debüt-EP „Maybe I’m Not That Alright“ einen Namen in der Szene macht, brachte den Saal mit ihrem emotionalen und energischen Sound zügig auf Betriebstemperatur. Der Auftritt legte das musikalische Fundament für den weiteren Verlauf des Konzerts und wurde vom Hamburger Publikum wohlwollend aufgenommen.
Heisskalt werden nostalgisch
Seit ihrer Gründung im Jahr 2010 stehen Heisskalt für eine kompromisslose Mischung aus treibenden Riffs, komplexen Rhythmen und eindringlichen deutschsprachigen Texten. Mit dem Debütalbum „Vom Stehen und Fallen“ (2014) feierte die Band ihren Durchbruch im deutschsprachigen alternativen Bereich und etablierte sich als prägende Kraft zwischen Post-Hardcore und Indie-Rock.
Das Set-Konzept von Heisskalt sah an diesem Abend das vollständige Durchspielen ihrer ersten Veröffentlichungen vor: Sowohl das Debütalbum „Vom Stehen und Fallen“ als auch die allererste EP „Mit Liebe gebraut“ wurden von der Band in ganzer Länge auf die Bühne gebracht.
Besonders starke Reaktionen im Publikum riefen die Titel „Hallo“, „Alles gut“ und „Gipfelkreuz“ hervor, die mitsingend begleitet wurden. Visuell wurde die Performance durch ein spezielles Lichtkonzept unterstützt: Ein mittig platzierter Laster erzeugte in Kombination mit zwei angestrahlten Discokugeln dynamische Lichtakzente im Raum.
Ein bemerkenswerter Moment außerhalb des musikalischen Geschehens ereignete sich im Innenraum: Mitten im Moshpit fand ein Heiratsantrag statt, den das umstehende Publikum mit entsprechendem Applaus aufnahm.
Besonderes Finale mit „Leben wert“
Für den letzten Song des Abends, „Leben wert“, erweiterte sich die Besetzung auf der Bühne deutlich: Heisskalt holten sowohl Lea Bell und Julian Molitor von Palebloom als auch Sänger Leif Marcussen von Lirr zu sich. Während dieser Aufführung begab sich der Sänger von Heisskalt per Crowdsurfing direkt in die Zuschauermenge, was den schlussendlichen Höhepunkt des Konzerts darstellte.
Der Auftritt in der Markthalle bot eine gelungene Zusammenfassung des Frühwerks von Heisskalt. Das Zusammenspiel aus verlässlicher Bühnenpräsenz, der Unterstützung durch Palebloom und Lirr sowie den visuellen Elementen sorgte für einen runden Konzertabend.









