Im Gespräch: VON GRAMBUSCH über die Hintergründe von ihrem neuen Song „Willkommen in Stockholm“

VOM GRAMBUSCH News 3
Foto: Pressefreigabe

Auch diesen Monat haben wir uns wieder mit VON GRAMBUSCH zusammengesetzt um über ihre neueste Veröffentlichung „Willkommen in Stockholm“ zu plaudern. Dabei erzählten Miron (Bass/Gesang) und Yannick (Schlagzeug) von den Hintergründen der nunmehr dritten Single nach „Herzlichen Glückwunsch“ und „Ich nehm‘ dich mit„, den Besonderheiten von „Willkommen in Stockholm“ und dem ersten Treffen als Band seit der Lockerung der Kontaktbeschränkungen.

„Es ist auch einer meiner persönlichen Favoriten, weil er super viele Ebenen hat, auf denen man diesen Song interpretieren kann. Ich denke, viele Leute können sich da in Teilen oder ganz wiederfinden.“

Zuerst mal: Wie ist es Euch in den letzten vier Wochen ergangen? Ihr habt ja jetzt Euren zweiten Song veröffentlicht und konntet Euch das erste Mal wieder in Person treffen.

Miron: Stimmt! Das war echt ein kleines Highlight. Wir saßen dann sogar recht lange im Biergarten und haben viel gequatscht, uns natürlich auch ein bisschen privat ausgetauscht. Aber wir sind auch gut vorangekommen, ich würde sogar sagen besser als in so einer Cyber-Talkrunde, weil man man sich mit Gestik und Mimik einfach nochmal ein bisschen besser verstehen und verständigen kann.

Yannick: Und man merkt, dass wir uns einfach richtig hart vermisst haben. Diese Interaktion miteinander, sich mal eben ein Bierchen holen – das ist doch eine entspanntere Atmosphäre als das so steril über Facetime oder Discord zu machen. Das tat echt gut. Und wie Miron schon sagte, wir sind echt schneller bzw. mit mehr Themen durchgekommen in der Zeit, als wenn wir das über den digitalen Weg gemacht hätten.

Miron: Aber sonst – wie geht’s uns sonst? Ich würde sagen es gab in diesen letzten vier Wochen Aufs und Abs, also von der Laune her. Es gab Themen, die uns runtergezogen haben, andere Themen, die uns wieder erfreut haben und manchmal musste man auch als Rest der Band eine kleine Motivationsstütze geben. Und klar, es liegt jetzt viel immer noch an Corona, weil viele Themen eben auch davon abhängig sind und man keine Planungssicherheit hat. Auf der anderen Seite gucken wir auch immer ein bisschen zurück, was wir alles schon geschafft haben. Man merkt ja auch, die Themen gehen trotzdem irgendwie weiter und das ist doch ganz schön. Da muss man sich dann mal wieder ein bisschen dran erinnern.

Yannick: Wir arbeiten aber auch an vielen Dingen parallel. Bei vielen Themen von denen wir dachten, die dauern länger, sind wir jetzt schon gut vorangekommen und das ist auch schön. Wir sind gerade super fleißig, habe ich den Eindruck. Auch wenn immer mal einer einen Downer hat ist der Rest trotzdem motiviert und sagt: „Komm, gib her, ich übernehm‘ das.“ Ich glaube, das wird ganz gut, was da so in nächster Zeit rauskommt. Nicht nur musikalisch.

„Ich finde es eine schöne Geschichte, die wir da erzählen“

Miron: Vielleicht auch direkt Zur nächsten Single, wo du gerade sagst, dass was rauskommt: Die ist sogar ein sehr persönlicher Song, muss ich sagen. Ich glaube da sehen sich alle von uns irgendwie drin und deswegen freuen wir uns auch, dass die jetzt rauskommt. Die hebt sich auch nochmal ein bisschen von den anderen ab. Warum? Das kann man sich ja anhören.

Yannick: Es ist auch einer meiner persönlichen Favoriten, weil er super viele Ebenen hat, auf denen man diesen Song interpretieren kann. Ich denke, viele Leute können sich da in Teilen oder ganz wiederfinden. Dadurch, dass Patrick halt auch den Refrain singt, ist das so ein Bruch, den wir dann gegenüber den anderen Songs haben. Wir haben ihn extra mit- oder hauptsächlich den Refrain singen lassen, weil er auch ziemlich stark am Text mitgearbeitet und einige persönliche Erfahrungen da mit eingearbeitet hat.

Ich finde es eine schöne Geschichte, die wir da erzählen, auf eine Art und Weise, die nicht sofort ersichtlich ist oder die man nicht sofort checkt, gerade in Hinblick auf den Namen „Willkommen in Stockholm“. Der hat erst mal überhaupt nichts mit dem Text zu tun, bis man durch die Ebenen steigt und da bin ich ein ziemlich großer Fan von. Ich finde, das haben wir clever verpackt, aber auch nicht so, dass man es nicht blickt, wenn man keine Ahnung hat. Ich freue mich auf die Reaktionen. Ich glaube, das wird ziemlich schön.

Miron: Ja, zu der persönlichen Note: Den Songtext hatte Jendrik irgendwann mal mitgebracht und wir haben da glaube ich alle viel reingedacht, weil er halt von der Idee her so smart war und das Thema natürlich dann auch sehr gut umgesetzt werden sollte. Da hat Jendrik eine super Vorlage gebaut und Patrick hat noch sehr viel mit reingebracht. Aber ich glaube auch Yannick und ich haben hier und da noch mit am Text gearbeitet, das ist auch wieder so ein Gesamtwerk geworden und musikalisch ist es sowieso eine starke Nummer. Ist auch einer meiner Favoriten, würde ich sagen.

Yannick: Nach dem Refrain ist er halt super catchy, mit einer geilen Melodie nochmal. Also ich finde halt zum einen ist er textlich sehr vielschichtig, aber zum anderen auch musikalisch echt cool untermalt. Er gibt dem Text Raum, wo er Raum braucht und hat nochmal geile Instrumentalparts, wo der Text dann eben den Raum lässt. Ich bin richtig zufrieden mit dem Song, ich finde den richtig richtig gut.

„Das Herz am Angelhaken ist quasi die Quintessenz des gesamten Textes.“

Als Hörer kann ich sagen: Catchy ist er! Das Thema wird ja auch im Cover widergespiegelt, habt Ihr Euch bei dem Bild was Bestimmtes gedacht?

Yannick: Genau, zum einen haben wir halt dieses Bild mitten im Song „Wir liegen am Strand von Stockholm“ wo man sich halt erstmal denkt: „Ok.. hat Stockholm überhaupt einen Strand?“. Das Bild „Am Strand von Stockholm“ fanden wir schön und es passte, da wir ja mit den Single-Covern auch immer Unterschiedliches darstellen wollen. Das Herz am Angelhaken ist quasi die Quintessenz des gesamten Textes. Das ist auf jeden Fall ein sehr emotionaler Text, deshalb das Herz und das Herz an der Angel durch das Gefangen sein in einer Beziehung, die einem nicht gut tut. Und da kommt dann halt die Brücke zum Stockholm-Syndrom, „Willkommen in Stockholm“, quasi eine emotionale Geiselnahme. Das haben wir versucht alles in das Cover reinzudrücken und ich persönlich finde, das ist uns auch ganz gut gelungen.

Auf jeden Fall. Ihr habt ja bereits angesprochen, dass Ihr auch verschiedene Dinge darstellen wollt und letztes Mal hatten wir ja auch darüber gesprochen, dass Ihr darauf achtet verschiedene Facetten von VON GRAMBUSCH zu zeigen. War Euch bei der Zusammenstellung noch etwas wichtig?

Miron: Ja, Vielseitigkeit, also möglichst aufzuzeigen „Wir können das eine, wir können aber auch das andere“ und irgendwie trotzdem im Gesamtkontext unseren eigenen Sound zu finden. Und ich glaube, den haben wir gefunden, also man kann da schon raushören, dass es nach VON GRAMBUSCH klingt. Natürlich hört man auch die Einflüsse, die wir haben, raus, das ist klar, aber es ist nicht so, dass jeder Song irgendwie drei Akkorde hat und immer gleich aufgebaut ist. Ich glaube, das erkennt man jetzt auch schon anhand der Songs und mit der dritten Single. Wenn man sich die alle drei anhört, da sieht man schon die Vielseitigkeit, die wir in diese verschiedenen Songs gesteckt haben.

Wichtig war uns zu merken „Ok, es ist jetzt eine Band“, es klingt also auch nochmal ein bisschen anders als das erste Album. Von den Themen, die wir bearbeiten wollten war wichtig, dass die uns alle interessieren oder sogar betreffen und mit denen wir uns alle auch identifizieren können. Also gab es keinen Song wo Jendrik oder Patrick gesagt haben „Wir machen das jetzt so, weil ich das so will!“, sondern es war halt immer so, dass jeder an dem Text zusammenarbeiten konnte und wenn ein Thema nicht so richtig gefallen oder gepackt hat, dann wurde der Text auch mal verworfen. Bei einem Song war das dann so, da gab es erst einen anderen Text, der hat uns irgendwie alle nicht so überzeugt und dann kam Jendrik auf einmal mit einem richtig guten Text um die Ecke. Ich glaube, das ist so der Kern hinter dem, was wir gerade machen.

„Von den Themen, die wir bearbeiten wollten war wichtig, dass die uns alle interessieren oder sogar betreffen und mit denen wir uns alle auch identifizieren können.“

Yannick: Jetzt hast du quasi schon den ersten Übergang zum vorletzten Interview gemacht. Aber um nochmal auf diese Vielseitigkeit oder Facetten der Songs zu kommen: Wir haben ja jetzt schon die erste Folge unseres Podcasts veröffentlicht, wo wir auch über eine Playlist sprechen, die wir nach einem gewissen Schema angelegt haben, mit der Miron das (erste Interview) ja quasi eröffnet hat. Das ist eigentlich schon mal so ein Blick dahin, wohin es gehen wird. Wir haben alle die gleiche musikalische Basis irgendwo im poppigen Punk-Rock-Alternative-Bereich und von da aus springen wir alle in verschiedene Richtungen.

Das muss man natürlich erst mal alles unter einen Hut kriegen und ich finde, das spiegelt sich in den neuen Songs ganz gut wieder. Wir fahren halt nicht eine straighte Schiene, sondern bauen wirklich verschiedene Elemente mit ein, probieren auch mal aus. Da das die ersten Songs sind, die wir zusammen machen, ist natürlich auch noch viel rumprobieren bei unserem eigenen Sound notwendig, bis wir was haben, wo wir sagen „Das finden wir geil“. Uns war halt vor allem wichtig, dass die Singles abwechslungsreich sind, das haben wir geschafft. Wir hatten einfach nie das Ziel einen festgelegten Sound oder eine festgelegte Schiene zu fahren.

Ihr habt ja gerade Eure Playlist genannt. Habt Ihr denn vielleicht auch, angesichts des schönen Wetters, drei Songs, die für Euch „Sommer“ bedeuten?

Miron:Sie warten auf sich“ von Grillmaster Flash, „Skin The Rabbit“ von Dispatch und „Eyes Wide Shut“ von Bukahara.

Yannick: All Time Low feat. The Band CAMINO mit „Favorite Place“, „Parasite Eve“ von Bring Me The Horizon und „Rats In The Walls“ von Strung Out.

Freut Ihr Euch denn darauf mit den neuen Songs wieder Konzerte zu spielen? Oder glaubt Ihr, das wird nach so einer Pause erst mal komisch?

Miron: Nee, wir freuen uns richtig drauf. Das Problem ist, man weiß halt noch nicht wann man wieder so richtig kann und glaube da sind alle noch ein bisschen vorsichtig. Das ist auch das Problem, da fehlt es einem sich auf irgendwas richtig zu freuen, aktuell.

Yannick: Plus, dass wir seit drei oder vier Monaten nicht mehr geprobt haben. Von daher habe ich da gerade ein bisschen die Befürchtung, dass wenn wir spielen dürften, wir das grandios verkacken würden.

Miron: Ja gut, wir können jetzt nächste Woche keinen Gig spielen, das ist richtig. (lacht)

Yannick: Grundsätzlich klar, die Vorfreude ist riesig. Ich glaube jeder hofft, dass das irgendwann mal wieder möglich ist. Aber natürlich stellt sich die Frage: Wird es denn überhaupt in der nächsten Zeit so sein wie vor der ganzen Pandemie-Geschichte oder hat man, auch wenn es wieder erlaubt ist, immer noch die Vorbehalte vor größeren Menschenmengen? Aber grundsätzlich, klar. Wir haben richtig Bock, dann natürlich auch die neuen Songs live zu spielen.

Ich drücke Euch auf jeden Fall die Daumen, dass das bald wieder klappt. Das wäre ja wirklich schön für alle. Da sich unsere Zeit dem Ende neigt bedanke ich mich für das Gespräch und die letzten Worte habt Ihr.

Miron: Ich freue mich auf die Single, eben weil sie so vielseitig ist und weil sie auch eine stark persönliche Note hat, werde sie fleißig teilen und dann bin ich mal wieder auf die Reaktionen gespannt.

Yannick: Ja, dem kann ich mich anschließen. Ich glaube die nächsten Releases bleiben spannend. Wie gesagt, wir haben noch einiges im Köcher. Wir haben jetzt gerade eine T-Shirt-Aktion laufen wo die Leute Shirts vorbestellen können, die wir dann in Druck geben und wir warten mal ab, wie das so angenommen wird und ausgeht. Und wir freuen uns auf hoffentlich bald wieder stattfindende Konzerte.