Pine – s/t

Nach der mehr als famosen EP „Pillow Talk“ (Review) legen die Emo-Indies von PINE nun endlich mit ihrem selbstbetitelten Debüt-Album nach. Die Band aus Ottawa hatte in den letzten zwei Jahren mit ein paar Rückschlägen zu kämpfen, weswegen das Album so lange auf sich warten lassen hat. Die Band sagte in einem Statement dazu: „Despite this record taking almost two years of the universe throwing us curveballs at every possible corner, we have never felt more ourselves than we do now. Fresh out of the dirt, we created something we truly love and that we are extremely proud of.“

„Fantastische Songs, eine unglaublich dichte Atmosphäre und Gänsehaut am laufenden Band. Was will man mehr?“

Durch die vorab veröffentlichten Songs „Maladroit“, „Sunder“ und „Lusk“ hat das Trio auf jeden Fall schon einmal mächtig vorgelegt und man darf gespannt sein, ob der Rest des Albums das Niveau halten kann.

Bittersüßer Herzschmerz

Direkt mit „Within You“ wird man vom melancholischen und leicht shoegazigem Sound der Band gepaart mit der Wahnsinnsstimme von Darlene Deschamps eingenommen und taucht ein in eine Welt voller Herzschmerz, Ängste und persönlicher Verluste, die einen bis zum Ende nicht mehr loslässt. Allein wenn Frontfrau Darlene herzzerreißend im Intro-Track die Zeile „She was made from love. She falls apart in the same way.“ singt, macht sich das erste Mal Gänsehaut breit. Ganz genau, das erste Mal, denn es kommen beim Durchhören des Albums noch unzählige Gänsehaut-Momente mehr. Hier muss man vor allem den Gesangskünsten von Darlene ein richtig dickes Lob aussprechen. Sämtliche Emotionen von Wut über Verzweiflung bis zur Traurigkeit und Melancholie trifft sie in jedem Song hundertprozentig. Wahrscheinlich war Herzschmerz noch nie so bittersüß wie hier. Die Band sagte hierzu:

„THIS ALBUM IS FILLED WITH OUR ANXIETIES, DISCOURAGEMENT aND PERSONAL LOSSES… THIS ALBUM HAS A HEARTBEAT AND IT’S IN ALL OF US.“

Und das passt wie die Faust aufs Auge. Da die Texte so persönlich sind, fällt es nicht schwer, sich an der einen oder anderen Stelle wiederzufinden, was nochmals sehr viel zur Atmosphäre des Albums beiträgt.

Eine beeindruckende Bandbreite musikalischen Könnens

Aber auch der Rest der Band, Holden Egan und Andrew Turenne, haben hier fantastische Arbeit geleistet und verpassen dem bittersüßen Gesang von Darlene die passenden Melodien. Die Songs sind dazu auch noch sehr abwechslungsreich, wodurch nicht so schnell Abnutzungserscheinungen am Album auftreten. Von Up-Tempo („Swollen“ oder Maladroit“) über schwere und drückende Songs („Lusk“) bis hin zu ruhigen Songs („In Your Eyes“ oder dem balladesken „Covet“) haben PINE eine beeindruckende Bandbreite ihres musikalischen Könnens aufgeboten, vor dem man nur den Hut ziehen kann.

Das selbstbetitelte Debüt von PINE ist eine wahnsinnig tolle Scheibe geworden und verschafft der Band hoffentlich die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Fantastische Songs, eine unglaublich dichte Atmosphäre und Gänsehaut am laufenden Band. Was will man mehr?

Video:  PINE – Lusk

Hier erhältlich
PINE - s t AlbumcoverPINE – s/t
Release: 13. September 2019
Label: No Sleep Records
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