William Fitzsimmons und Ciaran Lavery

    Nachdem WILLIAM FITZSIMMONS bereits vor zwei Jahren das Publikum im Kulturzentrum Faust verzauberte, kehrte der Singer/Songwriter aus Pittsburgh nach Hannover zurück, um gemeinsam mit seiner Violinistin ABBY GUNDERSEN seine Minialben „Pittsburgh“ und „Charleroi: Pittsburgh Volume 2“ vorzustellen, den über 600 Besuchern Tränen, Lacher und viel Applaus zu entlocken und für einen wundervollen Abend zu sorgen. Für einen perfekten Einstieg sorgte der irische Singer/Songwriter CIARAN LAVERY.

    In blaues und rotes Licht gehüllt eröffnet der irische Singer/Songwriter CIARAN LAVERY den heutigen Abend mit sanften Gitarrenklängen und warmen, leicht rauen Gesang. Die Besucher im Kulturzentrum Faust richten ihren Blick bereits gebannt auf die Bühne und lauschen LAVERY´s Klängen.

    „Weiß jemand wie spät es ist?“, fragt er nach einigen Songs, um zu überprüfen, wie viel Zeit ihm wohl noch bleibt. „Time for lovers to make love!“, bekommt er – neben der Uhrzeit – als Antwort aus dem Publikum. CIARAN LAVERY lächelt leicht verlegen. Ihm bleibt noch genug Zeit für weitere Songs und in Kürze, so erzählt er, komme er anlässlich seines neuen Albums auch wieder auf Deutschlandtour – und hofft auf bekannte Gesichter.

    How to: Schwierige Namen von tollen Künstlern merken

    Für alle, die sich seinen – zugegebenermaßen nicht ganz einfachen – Namen merken können, hat er einen Tipp parat: „Kauft Euch eine CD, da steht der Name drauf. Das ist der einfachste Weg ihn sich zu merken“, spricht er und lacht ebenso wie sein Publikum. Eine sehr sympathische Art und Weise, seine CDs an den Mann oder die Frau zu bringen. CIARAN LAVERY zeigt sich heute Abend als starker Support, den man als Singer/Songwriter-Liebhaber definitiv im Auge behalten sollte.

    Bereits seit Beginn ziert ein großes Banner die Wand hinter der Bühne. Darauf zu sehen ist ein Stadtplan von Pittsburgh, Pennsylvania aus dem Jahre 1902 – der Heimatstadt von WILLIAM FITZSIMMONS. Dies dient gleichzeitig als Anspielung auf seine aktuellen Minialben „Pittsburgh“ und „Charleroi: Pittsburgh Volume 2“.

    „I hope you are ready to cry tonight!“

    Gegen 21.00 Uhr betritt WILLIAM FITZSIMMONS die Bühne. An seiner Seite: Sängerin und Violinistin ABBY GUNDERSEN. In einem schlichten, schwarzen Kleid gekleidet, das hellbraune Haar mittig gescheitelt und zu einem Dutt im Nacken geknotet wirkt sie beinahe etwas unscheinbar, aber strahlt gleichzeitig etwas elfenhaftes, sympathisch zurückhaltendes aus.

    Mit „Pittsburgh“ beginnt FITZSIMMONS sein Set – keine Zeit für Begrüßungen, der US-Amerikaner zieht sein Publikum ohne Umschweife direkt in die Songs, die das Faust sofort in eine besondere, intime und warme Atmosphäre hüllt. Sympathisch, authentisch, warmherzig: Das sind wohl die Adjektive, die einem beim ersten Blick auf den Singer/Songwriter in den Sinn kommen.

    „Schön, Euch wiederzusehen!“, begrüßt FITZSIMMONS sein Publikum nach dem zweiten Song und prostet der Menge mit einer Bierflasche zu. „We are ready to rock!“, ruft er ganz Rockstarlike und lacht. „No not really… I hope you are ready to cry tonight!“ Das Publikum lacht ebenfalls und spendet fleißig Applaus. Was witzig klingt ist aber gar nicht weit hergeholt, denn bei seiner Musik ist es wohl kaum möglich, nicht ergriffen zu sein.

    Ein tiefer Einblick ins Leben von William Fitzsimmons

    So besingt er auf „Pittsburgh“ seine Großmutter, zu der er ein sehr enges Verhältnis hatte, die er „Granny“ nannte, wie er erzählt. Auf dem Nachfolger geht es um seine andere Großmutter väterlicherseits, die er nie kennenlernen durfte und die – wie er das Publikum teilhaben lässt – Drogenabhängig und Alkoholkrank war und ihre insgesamt fünf Kinder nicht aufziehen durfte und vermutlich auch nicht aufziehen konnte. Dennoch sei sie ebenso dafür verantwortlich, wer er heute ist. Deswegen schrieb er auch einige Songs für sie.

    Abgesehen von seiner großartigen Leistung als Musiker darf man ein Adjektiv bei WILLIAM FITZSIMMONS nicht unerwähnt lassen: Der Mann mit dem dunklen Rauschebart und den kreisrunden Brillengläsern ist auch noch wahnsinnig witzig! „Ich weiß, wer zu Fitzsimmons-Konzerten kommt“, sagt er zwischen zwei Songs. „Meine Fans – und ihre „Boyfriends““, grinst er breit. „This song is for you!“, flüstert er und hat die Lacher auf seiner Seite. Tatsächlich finden sich im Publikum viele Pärchen wieder, sich umarmend, anlächelnd, küssend. Ebenso lassen sich zahlreiche Tränen entdecken, denn wie schon gesagt: Die Songs von WILLIAM FITZSIMMONS gehen bis an die Substanz. Im perfekten Zusammenspiel mit ABBY GUNDERSEN zaubert er eine ergreifende Atmosphäre.

    Gefühle zum Anfassen

    Als das Licht auf der Bühne langsam erlischt und nur noch zwei alte Scheinwerfer das Pittsburgh-Banner an der Wand anstrahlen, verlassen FITZSIMMONS und GUNDERSEN die Bühne – unter großem Applaus und dem Wunsch nach einer Zugabe. Diese sollen die Besucher auch bekommen: „We have never done that before“, scherzt WILLIAM FITZSIMMONS, als er Arm in Arm mit ABBY zurück auf die Bühne kommt. Er grinst breit sein sympathisches Grinsen. „No, thank you, that´s really kind and we are playing some more songs“, bedankt er sich aufrichtig. Beide Künstler bahnen sich den Weg durch die Menge, um inmitten der erfreuten Besucher zwei Zugaben zu spielen, unter anderem „Beautiful Girl“. Dann ist für heute Abend aber wirklich Schluss.

    Dass den Besuchern ein ganz besonderer Abend bevorsteht, war nach der letzten WILLIAM FITZSIMMONS-Show vor zwei Jahren abzusehen und auch dieses Mal schaffte er es, Hannover zu verzaubern. Bis hoffentlich ganz bald!

     

    BILDERGALERIE
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    Review von Hanna
    Fotos von Maria

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