Stefan Becher (Still Cold Shows)

Ein Tag, 23 Bands, das größte Indoor-Hardcore-Festival Deutschlands mitten in Hannover: Das Still Cold Fest macht es möglich – am 10. August im Kulturzentrum Faust. Die Größen der Hardcoreszene geben sich auf dem Fest die Klinke in die Hand, der Vorverkauf läuft auf Hochtouren und auf Facebook kommt man an dem Event kaum vorbei. Eine Wochen vor dem Fest nahm sich Veranstalter Stefan die Zeit, um mit uns über das Fest zu sprechen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, das Fest zu veranstalten? Gab es dafür einen besonderen Grund?
Ich habe vorher schon viele kleine Shows veranstaltet und jetzt wollte ich mal etwas Großes machen. Diesen Schritt zu gehen, etwas Einzigartiges hier in Hannover zu machen und den Leuten mal etwas großes und unvergleichbares zu bieten. Der Hardcore-Szene hier in Hannover, aber auch der Szene überregional etwas zu bieten. Außerdem wollte ich jungen, unbekannten aber auch bekannten und befreundeten Bands eine Plattform bieten, die ich selber auch gerne sehe. Diese zu unterstützen, Leute an die Musik heranzuführen, auch überregional bekannt zu werden und vor einem neuen Publikum zu spielen.

Die Punkrock- und Hardcore-Szene in Hannover wird oft der Tod erklärt. Hast du dir keine Sorgen gemacht, in diesem Genre ein Fest zu veranstalten?
Ich weiß, dass die Bands ihre Fanbasis haben. Die meisten Besucher kommen ja nicht einmal aus Hannover, viele kommen sogar aus England, Belgien, Niederlande, Schweiz und Polen. Hannover ist nur dieser zentrale Anlaufpunkt für das Fest. Mehr als 50 bis 60 % der Besucher kommen von außerhalb also nicht einmal aus Hannover.

Wie laufen die Vorbereitungen? Ist alles im zeitlichen Rahmen oder wird es langsam stressig?
Die Vorbereitungen laufen gut, das Rahmenprogramm für draußen ist geklärt. Langsam wird´s stressig, weil der Druck steigt. Es sind nur noch zwei Wochen hin. Die Erwartungen sind hoch und die Frage ist, ob man es den Leuten recht machen kann. Und das will man ja damit.

Was war das Stressigste an der ganzen Organisation?
So viel Stress war gar nicht, weil es mir Spaß macht. Das Fest ist keine kommerzielle Sache, es steht der Spaß im Vordergrund, das ist ja nicht mein Hauptberuf. Es geht um die Bands und vor allem um die Live-Musik.

Welche Probleme und Hindernisse stellen sich einer neuen und unbekannten Bookingagentur, die so ein großes Fest auf die Beine stellt, hinsichtlich Booking und Organisation?
Das größte Problem ist definitiv, dass du noch keinen Namen hast und bei den Agenturen noch nicht bekannt bist. Du bist noch nicht in den E-Mail-Verteilern drin und musst fragen, fragen, fragen, um überhaupt an die Bands ranzukommen. Da muss man sich echt den Arsch aufreißen. Ansonsten noch die hohen Kosten – die Bands und auch der Sprit werden teurer.

Wie finanzierst du die Bands und die anderen Kosten?
Einfach durch den Verkauf der Karten. Jeder der ein Ticket kauft bezahlt nicht mich, sondern die Bands, das Catering, die Backline und die Mitarbeiter. Alles eben.

Wollen die Bands denn ihre Gage nicht schon im Vorfeld haben?
Einige schon, aber denen erkläre ich dann, dass ich eine Privatperson bin und kein Unternehmen und dann verzichten sie darauf.

23 Bands an einem Abend sind eine ganze Menge, die Spielzeiten fallen relativ kurz aus. Wieso spielen nicht weniger Bands und dafür länger?
Weil die Bands gar nicht so ein langes Set haben. Hardcore-Bands haben meistens ein Set von 20 bis 30 Minuten, die geben alles und knüppeln durch. Die größeren Bands spielen schon etwas länger, aber die anderen haben, wie gesagt, gar nicht so ein langes Set. Dadurch können wir die Bands auch auf zwei Bühnen spielen lassen und es gibt keine Überschneidungen. Jede Band kann gesehen werden.

Was erwartet die Still Cold Fest-Besucher abgesehen von den Live-Bands?
Neben den Bands, die definitiv im Vordergrund stehen, gibt es noch ein Rahmenprogramm vor dem Faust: es wird Essensstände geben, zum Beispiel vom hannoverschen Gastronomen Centrum, in fleischiger und vegetarischer Variante. Diverse Plattenstände von Monster Records und Rockers, auch beide aus Hannover. Außerdem Merchandisestände von Beatdown-Hardwear, Merchpit und One Life One Crew, dazu natürlich Getränkestände mit Cocktails und Longdrink, aber auch unalkoholischen Getränken. Monster Energy, Jägermeister und Bikers Base haben Stände mit Gratisproben und Getränken. Außerdem ist die ARD vor Ort und dreht für eine Reportage über die Straight Edge und Hardcore-Szene.

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