In den 1990er-Jahren gegründet, entwickelten sich The Suicide Machines aus Detroit zu einem Geheimtipp der Skacore-Szene. Mit ihrem energiegeladenen Mix aus Punk, Ska und Hardcore erspielte sich die Band bis Mitte der 2000er-Jahre eine treue Fangemeinde und war unter anderem im Rahmen der Vans Warped Tour auch in Deutschland zu sehen.
Den großen Durchbruch innerhalb des Genres blieb ihnen jedoch verwehrt. Während Bands wie Less Than Jake, die Mighty Mighty Bosstones oder die Voodoo Glow Skulls ein breiteres Publikum erreichten, blieben The Suicide Machines eher ein Szenetipp. Nach ihrer Auflösung im Jahr 2006 kehrte die Band 2009 zurück – und ist nun endlich wieder live in Deutschland zu erleben. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums ihres Debütalbums „Destruction By Definition“ machen The Suicide Machines am Montag, den 3. August 2026, Halt im Chez Heinz in Hannover. Als Support eröffnen die hannoverschen Lokalmatadore Ghostcards den Abend.
Ein Pflichttermin für alle, die Skacore lieber schweißtreibend und direkt aus dem Club als nostalgisch aus der Konserve erleben.
Songs gegen Depressionen
Für die Ghostcards ist dieser Auftritt erst der zweite überhaupt. Die Musiker, die allerdings zahlreiche Banderfahrung vorweisen können und u.a. teilweise auch bei Teenage Love Guns aktiv sind, machen ihre Sache ab 20:30 Uhr hervorragend. Von Beginn an ist Druck auf dem Kessel, die Band kommt sofort mit ihrem melodischen Punkrock voller Energie und diversen Einflüssen gut an. Erst ein paar Tage vor dem Gig stellte das Quintett die neue EP „City Tracks“ vor. Davon gibt nach dem Intro von Fleetwood Mac auch direkt alle drei Songs „Be Good (To Yourself)“, den Titeltrack und „Feel Life“. Den Song widmet Sänger Martin allen Menschen, die mit Depressionen zu kämpfen haben, er gehöre auch dazu. Weitere Songs sind u.a. „Hope Dies“ oder „Thousand Times“. „Auch „Heat Cold“ hat für Martin eine besondere Bedeutung und „mich durch die schwerste Phase meines Lebens geführt. Lasst euch bei mentalen Problemen bitte helfen!“. Nach 25 Minuten ist dann mit „New“ Schluss. Endlich mal wieder eine richtig gute lokale Band, die Spaß macht. Da kann man nur hoffen, dass man künftig noch mehr von den Ghostcards sieht und hört.
Japanische Montagsliebhaber
Gegen 21:20 Uhr starten The Suicide Machines und nutzen den Dolby Sound-Ton als Intro. Dann folgt mit „New Girl“ der musikalische Aufgalopp in den Abend. Doch irgendwie ist noch der Wurm drin, das Mikro von Sänger Jason Navarro geht nicht, der Sound ist komplett durcheinander und es ist viel zu laut. Doch dies kann man im Laufe der nächsten Minuten beheben und anpassen. Schon bei „Break The Glass“ läuft es deutlich besser. Jason ist da schon im Publikum unterwegs und animiert, die knapp 80 Zuschauer zum Mitsingen und Mittanzen und das mit Erfolg. Die Stimmung vor der Bühne ist prächtig. Offensichtlich hat die Band richtig Bock und so werden nahezu sämtliche Hits von „Destruction By Definition“ nacheinander ins Publikum gefeuert. So wird das 30 Jahre Jubiläum mit dem Publikum ausgiebig gefeiert und dabei wird es hier und da sogar nostalgisch.
Und so sucht auch Jason immer wieder den Kontakt zum Publikum. Irgendwer ist halt auch immer textsicher oder tut wenigstens so. Die Konzert-Party wirkt zwar ein klein wenig chaotisch, macht aber richtig Spaß. Weitere Songs sind u.a. „SOS“, „Hey“, „Our Time“, „Vans Songs oder “Punk Out“. Bei „Face Values“ übernimmt Drummer Alex den Gesang, der im Übrigen bei The Aggrolites aktiv ist. Jason bedankt sich später, bedauert aber kaum deutsch zu sprechen. „Ich spreche japanisch, aber beim nächsten Mal kann ich Deutsch, versprochen“, was der Gitarrist mit einem lachenden „Bullshit“ quittiert. Die Stimmung ist top und so biegt man mit „Zero“ und „So Long“ auf die Zielgerade einbiegt. Jason will wissen, ob es Montagssongs gibt, outet sich als Montagsfan und singt kurz „Manic Monday“ an, wobei er gesteht, einfach alt zu sein. Dann folgen noch zwei Zugaben, mit Bandvorstellung. Dazu zählt „I Don´t Wanna“ von Minor Threat und „High Anxiety“ vom „A Match & Some Gasoline”-Album. Und so endet nach knapp einer Stunde ein wilder Abend, mit viel Nostalgie und einer Band, die absolut Spaß gemacht hat. The Suicide Machines können also gerne wiederkommen, vielleicht sind dann auch mehr Zuschauer vor Ort, verdient wäre es.









