Gut ein Jahr nachdem Hatebreed die Faust das letzte Mal besucht haben, ist die Band aus Connecticut erneut in Hannover zu Gast. Beim letzten Mal legten die Amis die eigene Messlatte extrem hoch. Können die Amis das diesmal sogar noch toppen? Die Show am 07. August 2026 ist im Gegensetz zum Vorjahr tatsächlich ausverkauft. Im Vorprogramm sind diesmal Thrown Into Exile zu sehen.
Deathmetal Postcards aus LA
Freitagabend, es ist immer noch warm. Das wird also wieder sehr heiß und kuschelig in der Faust. Vor der 60er-Jahre-Halle stehen zahlreiche Menschen. Der Club ist tatsächlich ausverkauft und damit rappelvoll. Schon bei der Vorband Thrown Into Exile ist kaum noch ein Durchkommen. Der Deathmetal des Quintetts scheint durchaus anzukommen. Die Band aus Los Angeles drückt mächtig auf das Gaspedal und feuert eine Songsalve nach der nächsten ins Publikum. Nach ungefähr 30 Minuten Spielzeit strömen die Anwesenden nach draußen, um noch einmal frische Luft zu tanken. Zeit für noch ein schnelles Getränk. Kurz nach 21 Uhr erklingt dann mit „Ace Of Spades“ von Motörhead das Intro und wenige Augenblicke später sind Jamey Jasta und seine Mitstreiter endlich auf der Bühne.
Verlust der Stimme vertraglich festgelegt
Los geht es direkt mit „I Will Be Heard“ und das Publikum rastet im Grunde komplett aus. So ein großer Moshpit war sicher schon lange nicht mehr in der 60er Jahre-Halle zu sehen. Jamey Jasta kommt wohl auch aus diesem Grunde aus seinem Dauergrinsen nicht mehr raus. „Hannover, es ist toll zurück zu sein. Wir haben versprochen, wir kommen wieder und wir haben versprochen, dann ein neues Album mitzubringen“ begrüß der Sänger das Publikum. Es folgt „Kill Count Increase“ vom neuen Album „Fatal Paradox”, dass die Band für den 6. November ankündigt hat. Bei „In Ashes They Shall Reap“ und „To The Threshold“ folgen die ersten Circlepits. Alles singt, alles tanzt, das Publikum hat richtig Spaß und feiert die Metalcore-Band aus Bridgeport. Nach „Everyone Bleeds Now“ folgt der erste Teil der Bandvorstellung. Hierbei wird vor allem Bassist Carl Schwartz gefeiert, der mit seiner Band First Blood auch schon häufiger in Hannover zu Gast war.
Dann ist mit „Destroy Everything“ bereits der nächste Hit an der Reihe und man hat den Eindruck, nun wird die Faust erst recht zerlegt. Was ein musikalischer und stimmungsvoller Abriss. Die knapp 700 Zuschauer machen die Show zu einem echten Erlebnis, aber auch Hatebreed selber haben erneut eine Sahnetag erwischt. Jamey erinnert die Anwesenden auch diesem Jahr daran, dass sie beim Kauf der Eintrittskarte einen Vertrag unterschrieben haben, dass am nächsten Tag die Stimme weg sein muss und gar nichts zu tun, sich also auszuruhen, weil man hier alles geben muss. Und die Hannoveraner halten sich daran.
Torte und Ständchen zum Geburtstag
Mit „Ghotst Of War“ huldigt man als nächstes der Band, die laut Jamey eine der größten musikalischen Inspirationen für die Band gewesen ist: Slayer! Allerdings führt dies zu einem kleinen Stimmungsabfall, den aber „Live For This“ und „As Diehard As They Come“ direkt wieder ausgleichen können. Bei der weiteren Bandvorstellung wird dann auch Gitarrist Wayne vorgestellt, der im Vorjahr die Tour wegen einer Tumorerkrankung im Gehirn verlassen muss, der aber nach erfolgreicher Operation bereits wieder zurück ist. „Last Breath“ zollt als nächstes dem Sick Of It All-Sänger Lou Koller Tribut, der nach Krebserkrankung viel zu früh von uns gegangen ist. Weitere Songs sind u.a. das neue „Make The Demons“ Obey“, „Perserverance“, „Tear It Down“ oder „Smash Your Enemies“. Jamey wird noch mit einer Geburtstagstorte auf der Bühne und Ständchen aus dem Publikum überrascht – hat er doch heute Geburtstag. Überhaupt hat die Band heute richtig Lust und freut sich wahnsinnig über die Stimmung und die ausverkaufte Show, so dass Hannover schließlich auch das Prädikat der besten Show der Tour bis hierhin verliehen wird. Mit „Looking Down The Barrel Of Today“ ist dann nach 60 Minuten etwas abrupt Schluss. Es folgt noch ein Gruppenfoto, dann geht das Licht an. Super Stimmung, erneut richtig starke Show, ähnlich wie 2025, die aber ein kleines bisschen länger hätte sein dürfen und sehr nah an den Gig aus dem Vorjahr herankommt. Ansonsten, absolut super Liveband. Hatebreed darf auch 2027 wiederkommen.









