Start Konzertberichte The Dreadnoughts und Die Üblichen im Mephisto des Kulturzentrum Faust

The Dreadnoughts und Die Üblichen im Mephisto des Kulturzentrum Faust

The Dreadnoughts traten am Samstag, den 15. August 2026, im Mephisto (Club im Kulturzentrum Faust) in Hannover auf
Foto: Robert Höwelkröger

The Dreadnoughts kommen aus Kanada und haben sich dem Polka-Punk verschrieben. Ursprünglich wollte die Band mit ihrer Musik nur Drinks in ihrer Lieblingsbar in Vancouver bezahlen, doch schnell stieg die Bekanntheit so rasant an, dass die Band auch weltweit Gehör fand. Und diese nutzt man auch 2026, um wieder in Europa auf Tour zu gehen. Am Samstag, den 15. August sind The Dreadnoughts in Hannover, im Mephisto auf dem Faustgelände zu Gast und mit ihnen zahlreiche eingefleischte Fans. Den Auftakt als Support übernehmen heute die üblichen aus Hannover.

Neu oder doch gar nicht so neu?

Wie in letzter Zeit oft, geht es auch an diesem Samstag pünktlich gegen 20 Uhr los und im Mephisto ist es schon ganz schön gut besucht. Die üblichen sind an der Reihe und spielen schnellen, aber melodischen Oldschool-Deutschpunk. Das einzige Album der Band erschien 2002, zwischendurch gab es eine längere Pause. Doch nun ist man wieder mit einem neuen Sänger dabei. Und dass man da mit Norm eine gute Wahl getroffen hat, der ja durch seine Zeit bei den Abstürzenden Brieftauben, aber auch seiner anderen Band Systemfehla einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt, zeigt der Auftritt deutlich. So ist er immer wieder im Publikum unterwegs, begrüßt die Besucher und bezieht sie mit ein. Musikalisch gibt es viele alte Songs des gleichnamigen Debütalbums, wie „Früher“, „Deine kleine Welt“ oder „Rasterfahndung“. Aber auch einige neue Songs wie „Fütter die Maschine“ hat das Quintett im Gepäck, bei denen Norm den Text noch ablesen muss. Die Band kommt gut an, wobei Norm der Meinung ist: „Für die meisten hier sind wir ganz neu, obwohl wir das eigentlich nicht sind.“. Nach dem Konzert haben die Üblichen sicher einige Follower mehr. Nach 45 Minuten ist dann Schluss. Guter Auftritt der Hannoveraner!

Party pur, auch ohne 7 Schafe

Und dann sind um 21:10 Uhr The Dreadnoughts auf der Bühne und legen nach Soundcheck und einigen Abstimmungen direkt los. Direkt zum Start fragt Sänger Nicholas noch, ob es allen warm genug sei und ja, es ist unglaublich heiß im Mephisto. Zeit also für noch mehr Hitze und los geht u.a. es mit „Roll Northumbria“ und „Antarctica“. Es folgt ein Best-Of-Set mit viel Tanz und guter Laune. Das Publikum ist enorm textsicher und grölt lautstark jeden Song mit. Sänger Nicholas erzählt in den Pausen viele Anekdoten mit Witz und Ironie, so dass die Lacher ihm sicher sind. Erst sollen zwei Zuschauer gehen, damit es etwas luftiger und frischer im Publikum wird, dann erzählt er von Ländern, in denen es gesetzlich geregelt sei, mindestens sieben Schafe auf Konzerte mitzubringen. Die Stimmung ist super und die Party nimmt so weiter Fahrt auf. Im Endeffekt sind im Übrigen mehr als 200 Leute bei dieser Show dabei.

Vor dem kommenden Moshpit gibt es eine Runde Stretching und Yoga, dann geht der Drummer bei „Randy-Dandy-O“ crowdsurfen. Währenddessen übernimmt ein Fan das Schlagzeug und steuert ein Drumsolo bei. „Polka Never Dies“ stellt anschließend das nächste musikalische Highlight dar, bevor man die Tarantella „Tarantella Bang Bang“ allen Italienern widmet, die nicht den Weg ins Mephisto gefunden haben. Das kanadische Sextett überzeugt mit ihrer Mischung aus Folk-Punk, Polka und spielt auch viele Traditionals. Demokratisch wird dann mit „Helga“ eine Leaderin bestimmt, die den Polka Train zur nächsten Kneipe führen soll. Die folgende Polonaise bildet den nächsten Höhepunkt und ein Blödsinn folgt auf den nächsten. Was ein Abend. Musikalisch geht es u.a. mit „Eliza Lee“, „Joli Rouge“ und „Cider Road“ weiter. Dann wird auch noch „Autobahn“ von Kraftwerk angestimmt und wer das nicht kennt, dem wird mal eben schnell die Schulbildung abgesprochen. „Polka Pit“ ist noch recht neu und leitet dann langsam das Ende dieses denkwürdigen Abends ein, den dann „Rollin Down To Old Maui“ bildet. Es folgt natürlich noch eine Zugabe, u.a. mit „Victory Square“ und „Leave Her Johnny, Leave Her“, wobei Hannover noch einmal alles gibt. Dann ist nach 95 Minuten Spielzeit Schluss. Starker Auftritt, witzige Show, lediglich die T-Shirt Preise von 40 Euro stoßen ein wenig sauer auf. Ansonsten, toller Abend!