Start Konzertberichte Los Fastidios und Repeat live in Hannover, Lux

Los Fastidios und Repeat live in Hannover, Lux

Foto: Robert Höwelkröger

Los Fastidios sind ein echtes Phänomen. Die Italiener touren mittlerweile seit 1991 unermüdlich durch die Welt, spielen feinsten sklastigen Streetpunk mit etwas Reggae-Attitüde und verbreiten unermüdlich ihre immer wichtiger werdenden antifaschistischen Botschaften. Aber erst durch die Hinzunahme von Sängerin Elisa Dixan, die Enrico perfekt auf der Bühne und privat zur Seite steht, hat die Band noch einmal eine zweite Luft bekommen. Nun sind Los Fastidios wieder einmal in Hannover zu Besuch und geben Ihre Visitenkarte im Lux ab. Als Support sind Repeat aus Schweden mit von der Partie.

Neues Album in Vorbereitung

Das Lux ist an diesem Abend schon kurz vor 20 Uhr sehr gut gefüllt. Am Ende sind es mehr als 150 Besucher, die sich in dem kleinen Club tummeln und diesen zu einer Sauna werden lassen. Doch zuerst sind Repeat aus Malmö an der Reihe. Das schwedische Duo fokussiert sich die kommenden 35 Minuten auf ihre Musik, die vom Stil her eine Mischung aus Punkrock, Noise und Alternative ist und die von Beginn an gut ankommt. Ansagen werden kaum getätigt, allerdings zeigt sich Sänger Torbjörn sehr dankbar für die Chance hier aufzutreten, da man ja bereits mal in Schweden mit Los Fastidios gespielt hat. Dazu folgt später noch die Info, dass 2027 ein neues Album folgen soll. Neue Songs gibt es dann auch schon, aber auch alte wie „Celebrate“, „Nothing New“ oder „Out Of Control“. Das Duo kommt immer besser an, je länger das Set dauert und so bildet sich auch bald ein kleiner Pogopit vor der Bühne. Drummer Johan und Torbjörn geben dabei alles. Dann ist Schluss, wobei die Schweden hier heute sicher einige neue Fans dazugewonnen haben.

Wir lieben euch alle

Gegen 20.50 Uhr legen Los Fastidios los. Die Band um das Ehepaar Enrico und Elisa legen mächtig los und verwandeln das Lux von Beginn in eine große Punkrock- und Skaparty. Und in den kommenden 90 Minuten wird sich daran nichts ändern. Los geht es u.a „You´re Are So Young“, „Radio Babylon” oder „Back in ´79”. Die Energie auf der Bühne überträgt sich sofort auf das Publikum, oder ist es umgekehrt, wie Enrico immer wieder behauptet? „Wir lieben den Club, die Stadt und Euch alle“ begrüßt Enrico dann die Anwesenden. Ein erstes richtiges Highlight ist die Manu Chao-Coverversion „Clandestino“. Danach geht es u.a mit „Where Are You Now”, „Why Don´t You Eat Your Cat”, “A Rebel Not A Fool”oder dem Hit „Skabillyboogie” weiter.

Die Band setzt sich für Gleichberechtigung, den Kampf gegen den Faschismus, Tierrechte, Diskriminierung und gegen den Krieg ein und so weisen Ekisa und Enrico auch immer darauf hin. So wird dann „Beverly“, von Elisa gesungen, allen gewidmet, die sich tagtäglich gegen Diskriminierung, Rassismus oder Sexismus stellen, was 2026 immer noch aktueller ist denn je. „Danke euch, Ihr seid nicht allein und wir vergessen euch nicht“ ruft Enrico, bevor Elisa bei dem Song zahlreiche Frauen auf die Bühne holt und schließlich alle umarmt.

„Ihr seid Los Fastidios“

Und die tolle Mischung aus Party, eingängigen Songs und extrem wichtigen politischen Botschaften geht weiter, auch bei „Skankin Town“ und „Take A Stand“.  Da die Stimmung weiter steigt, dankt Enrico erneut den Besuchern fürs Kommen. „Ihr seid Los Fastidios! Ihr seid fantastisch! Ohne euch und eure Energie wären wir nichts. Im Grunde sind wir immer noch junge Leute, die lange auf Tour sind und für andere junge Leute Musik machen. Aber wir stehen auch gemeinsam für alle Leute wie uns und alle Kinder dieser verschissenen Welt ein.“ Nach „Ellos dierca merda“ folgen Antifaschista-Rufe, dann ist „Antifa Hooligan“ an der Reihe und schließlich folgt „Bella Ciao“ als Reggae-Version. Ein Höhepunkt jagt den nächsten. Doch dann sind wir bereits bei den Zugaben. Und hier hat sich die Band aus Verona für ein Medley seiner Lieblingssongs entschieden. Dazu zählt unter anderem „You´re Wondering Now“ von The Specials. Danach ist Schluss, aber noch genug Zeit für Fotos, Autogramme und Gespräche. Toller Abend, der wieder einmal gezeigt hat, dass Los Fastidios zu den wichtigsten politischen Bands des Genres gehört.