Start Konzertberichte The Devil Wears Prada in Hamburg

The Devil Wears Prada in Hamburg

Foto: Peter Detje

21 Jahre The Devil Wears Prada

Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 in Dayton, Ohio, gehören The Devil Wears Prada zu den prägendsten und wandlungsfähigsten Vertretern der modernen Metalcore-Szene. Was Mitte der 2000er-Jahre mit rohem Christian-Core und prägnanten Synthesizer-Passagen auf Alben wie Plagues und With Roots Above and Branches Below begann, entwickelte sich im Laufe von zwei Jahrzehnten zu einer reifen, emotional tiefgründigen Soundlandschaft. The Devil Wears Prada haben es geschafft, die Aggression des Metalcore mit melancholischen Post-Hardcore-Elementen und großen Hooklines zu verschmelzen. Mit ihrem Album Flowers zeigt die Band um Frontmann Mike Hranica erneut, dass sie sich musikalisch nie auf alten Lorbeeren ausruht, sondern ihren Sound konsequent weiterdenkt.

Der frühe Abend in der Hansestadt: Warm-Up mit Novelists

The Devil Wears Prada sind aktuell auf Flowers Tour in Europa und besuchten an diesem Freitagabend die Hansestadt in Hamburg. Da im Docks am Wochenende regelmäßig Partys veranstaltet werden, begann die Show deutlich früher als üblich. The Devil Wears Prada gingen bereits um 20:00 Uhr auf die Bühne.

Zur zweiten Hälfte von Novelists kamen wir in der Location an. Novelists sind eine von drei Supportbands, die die Flowers Tour begleiten. Hinten in der Location war es kühl und relativ leise. Auf dem Weg nach vorne spürte man jedoch sofort, dass die Stimmung bereits sehr gut war. Also raus aus der verregneten Jacke und ab ins Getümmel!

Novelists machten genau das, was ein guter Support machen muss: Das Publikum aufwärmen für den Headliner des Abends. Singalongs, Moshpits und viel Applaus standen bei den Songs, die wir noch hören konnten, auf der Tagesordnung. Danach war alles bereit für The Devil Wears Prada.

Ekstase im Docks: Modernes Material & Klassiker im Einklang

Als The Devil Wears Prada pünktlich um 20:00 Uhr das Scheinwerferlicht betraten, gab es im Docks kein Halten mehr. Die Band legte direkt mit enormer Energie und zwei Songs vom aktuellen Album los. Die Mischung aus Mikes charakteristischem, rohem Shouten und den packenden Clean-Vocals von Jeremy DePoyster ging ab der ersten Sekunde durch Mark und Bein.

Die Stimmung im Club war über den gesamten Auftritt hinweg herausragend. Der Fokus der Setlist lag spürbar auf den Songs des aktuellen Albums Flowers, doch auch ältere Stücke wurden extrem gefeiert. Besonderes Highlight: Bei For You gab es die mit Abstand lautesten Singalongs des gesamten Abends – die Menge hielt absolut nichts mehr auf den Beinen. Auch Kracher wie Sacrifice und der treffend benannte Fan-Favorit Play The Old Shit brachten das Docks zum Kochen und wurden abgefeiert.

In den vorderen Reihen vor der Bühne bildeten sich pausenlos Moshpits, während die Crowd bei den melodischen Refrains lautstark mitsang. Die Band zeigte sich extrem spielfreudig und bedankte sich mehrfach für den lautstarken Empfang in der Hansestadt.

Obwohl das Konzert durch die nachfolgende Clubnacht im Docks ungewohnt früh begann und endete, tat das der Intensität des Abends keinen Abbruch. Novelists brachten die Halle perfekt auf Betriebstemperatur, und The Devil Wears Prada bewiesen einmal mehr, warum sie seit über 20 Jahren fest an der Spitze des Genres verankert sind. Ein rundum gelungener, verschwitzter und mitreißender Konzertabend in Hamburg!

Setlist

  1. Where the Flowers Never Grow
  2. So Low
  3. Danger: Wildman
  4. Watchtower
  5. Salt
  6. Broken
  7. Everybody Knows
  8. Outnumbered
  9. Dogs Can Grow Beards All Over
  10. Ritual
  11. When You’re Gone
  12. For You
  13. Kansas
  14. Dez Moines
  15. Chemical
  16. Sacrifice
  17. Play The Old Shit
  18. Hey John, What’s Your Name Again?