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President in Hamburg

Offizielles Pressefoto

Kaum ein Newcomer-Phänomen hat die Heavy-Szene in der jüngeren Vergangenheit so schnell im Sturm erobert wie President. Anfang 2025 tauchte der Name völlig aus dem Nichts auf den Plakaten des renommierten Download Festivals auf. Das Besondere daran: Die Band hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht einen einzigen Track veröffentlicht und schaffte es allein durch maximale Anonymität, eine gewaltige Welle der Faszination und Spekulation auszulösen.

Mit ihrer ästhetisch inszenierten Geheimniskrämerei – bestehend aus den maskierten Mitgliedern The President, Heist, Protest und Vice – treffen sie genau den Nerv des modernen Zeitgeists.

Die Entstehung des Debütalbums „Blood of Your Empire“

Am 4. September 2026 erschien schließlich das von den Fans heiß ersehnte Debütalbum „Blood of Your Empire“ über Atlantic Records. Das Album markiert die musikalische Entwicklung von President: Es verbindet die unbarmherzige Härte ihres frühen Metalcore- und Post-Hardcore-Sounds mit dystopischen, elektronischen Samples und Stadion-Refrains. Mit Singles wie „dark heaven“ und „DOOM LOOP“ bewiesen sie, dass sie kein flüchtiges Internet-Phänomen sind. Die dazugehörige Europa-Tournee war innerhalb kürzester Zeit in fast allen Städten restlos ausverkauft. Am Freitag, den 06.11.2026, waren President nun zu Gast im Docks in Hamburg. 

Eine unnahbare Zeremonie

Wo andere Bands die Nähe zum Publikum suchen, wählt President eine radikale, fast sakrale Distanz. Der Auftritt im Docks gleich eher einer Zeremonie als einem Konzert.

Es gab keine Anekdoten, keine Ansagen, keine „Danke Hamburg“-Rufen. Der Sänger sprach außerhalb der Lyrics kein einziges Wort. Diese Stille abseits der Songs unterstrich das unnahbare Konzept der Band perfekt. Trotz des Verzichts auf verbalen Kontakt funktionierte die Interaktion mit dem Hamburger Publikum wie ein präzises Uhrwerk. Ohne ein Wort zu verlieren, steuerte die Band die Halle mühelos. Das Publikum wusste intuitiv, wann die Stimmen im Chor gefordert waren, wann das Mitklatschen den Takt anzog und in welchen Momenten der Moshpit explodieren musste. Die visuelle Untermalung war ein optisches Spektakel. Auf der Bühne waren diverse Spezial-Scheinwerfer installiert, die sich stufenlos um 360° bewegen konnten. Das Spiel aus flackerndem Blitzlicht, dynamischen Scheinwerfer-Rotationen und tiefen Schatten tauchte den Club in eine fast dystopische Kulisse.

Der Konzertverlauf im Spiegel der Setlist

Schon während das atmosphärische Intro „Ike for President“ aus den Boxen dröhnte, stieg die Spannung im Docks. Der eigentliche Opener „Fearless“ schlug daraufhin wie eine Bombe ein. Brachiale Riffs und die schneidenden Vocals machten sofort klar, dass hier keine Gefangenen genommen werden.

Nach dem wuchtigen „Destroy Me“ tauchte der Saal bei der neuen Single „dark heaven“ in ein hypnotisches Lichtermeer. Hier entfalteten die rotierenden 360°-Scheinwerfer ihre volle Wirkung: Pfeilschnelle Lichtkegel schnitten durch den Nebel, während die schwebenden Synthesizer und harten Breakdowns den Raum förmlich vibrieren ließen.

Als nach dem Einspieler „Allegory of the Cave“ und dem emotionalen „This Will Divide Us“ schließlich „DOOM LOOP“ angestimmt wurde, zeigte sich die beeindruckende Crowd Control der Band. Ohne eine einzige Aufforderung des Sängers brüllte die gesamte Halle die Refrain-Zeilen kollektiv im Takt mit.

Den krönenden Schlusspunkt setzte schließlich die Debütsingle „In the Name of the Father“, bevor nach exakt 60 Minuten abrupt das Licht erlosch und die vier Maskierten ohne ein Wort die Bühne verließen. Eine Zugabe gab es nicht. Allerdings nahmen sich President ausgiebig Zeit um sich beim Publikum zu bedanken und zu verabschieden. President hinterließen den Beweis, dass man manchmal keine großen Reden schwingen muss, um eine Halle komplett zu beherrschen.

Setlist

  1. Fearless
  2. Dionysus
  3. Destroy Me
  4. RAGE
  5. Pink Noise
  6. Angel Wings
  7. dark heaven
  8. Conclave
  9. Mercy
  10. This Will Divide Us
  11. DOOM LOOP
  12. White Devil
  13. In the Name of the Father