Start Konzertberichte Dakka Skanks und The Snouters in Hannover, Lux

Dakka Skanks und The Snouters in Hannover, Lux

Dakka Skanks und The Snouters live in Hannover, Lux
Foto: Robert Höwelkröger

Ska- und Skapunk-Abend am Mittwoch, den 07. Oktober im Lux in Hannover: Die Dakka Skanks machen zum ersten Mal als Headliner ihre Aufwartung in Hannover und haben als Vorband The Snouters aus Italien dabei. Es ist ein Abend der starken Frontfrauen, ein Abend, der sich definitiv lohnen sollte. Und ein Abend, der

zeigt, wie gut Ska oder Skapunk und das Lux zusammenpassen.

Italienische Sing-A-Longs vom Feinsten

Die Snouters machen kurz nach 20 Uhr den Anfang. Das Quartett hat sich über das Internet kennengelernt, wohnt ansonsten weit voneinander entfernt und dennoch hat sich hier etwas zusammengefunden. Denn die Italiener um Frotfrau Eva, die sowohl die rauen als auch die hohen Töne beherrscht, macht von Beginn an unfassbar Spaß und so dauert es auch nicht lange und der Raum vor der Bühne füllt sich immer mehr. Im Gepäck hat die Band das aktuelle Album „Snouts Up“ und davon gibt es auch die meisten Songs, wie „Snooze City“, „Crosswords“, „Blobfish“ oder „In A Bar“. Musikalisch erinnert das Ganze auch live an eine flotte Mischung aus The Interrupters und The Bar Stool Preachers und sorgt so schnell für Bewegung. Denn The Snouters gehen mit den weiteren Songs, wie „Growin´ Up“, „Ghost Town“, „Andrea“ oder „The Vampires“ direkt ins Bein.

Dakka Skanks und The Snouters live in Hannover, Lux
Foto: Robert Höwelkröger

Eva animiert und so werden schon bald viele Sings-A-Longs zusammengeschmettert und die Energie und der Spaß auf der Bühne übertragen sich rundum auf die knapp 75 Besucher in Hannover. Viele Ansagen gibt es nicht, aber Eva begrüßt die Besucher mit „Schön, dass Ihr alle da seid und vielen Dank von ganzem Herzen für den Support.“ Hier steht wirklich eine der Entdeckungen 2026 auf der Bühne. Natürlich erfinden The Snouters die Musik nicht neu, aber sie schaffen es ihr so viel eigene Energie zu verleihen, dass es einfach Laune macht. Und für einen Opener ist dies schon mehr als beeindruckend. Nach „Searching For Sugar Debt“ gibt es nach 45 Minuten noch eine letzte Zugabe, dann ist Schluss. Stark!

Tour statt England

Nach kurzer Umbaupause geht es dann mit den Dakka Skanks aus Brighton weiter. Das Quintett um Frontfrau Clara Byrne steht musikalisch für eine Mischung aus Ska, Dub, Reggae, etwas Alternative Rock und etwas Punk und diese Mixtur zündet in Hannover sofort. Eigentlich kann kaum einer noch seine Beine stillhalten, es wird getanzt und das eigentlich über die kompletten 80 Minuten Spielzeit. Kaum jemand steht still und dass bei Songs wie „Cancel This“, das Stooges-Cover „I Wanna Be Your Dog“, „Life Officer“, dem Überhit „Ska Rhythm“ oder dem Heptones-Cover „Babylon Falling“. Die Band lebt dabei von der unglaublichen Ausstrahlung und Stimme von Sängerin Clara, wobei alle Musiker hervorragend an ihren Instrumenten sind, sich aber auch ein wenig dezent im Hintergrund halten.

Am Tag zuvor noch in Belgien unterwegs ist man nun froh hier zu sein. Die Musik kommt auf jeden Fall an und so steigt die Stimmung immer weiter. Dabei hat Clara Byrne nicht nur positive Botschaften dabei: „England kotzt uns derzeit einfach nur noch an, daher ist es umso schöner hier zu sein“. Die musikalische Ausrichtung geht im Übrigen deutlich in Richtung der Skinhead-Bewegung und so dürfen „Skinhead Boy“ und auch später das starke „It Ain´t Like A Skinhead“ nicht fehlen. Im Dezember erscheint im Übrigen auch ein neues Album, dass via Crowdfunding entstanden ist. „I See Fire“ ist die erste Single davon und gehört auch zum heutigen Repertoire. Dann folgen noch das Angelic Upstars-Cover „Brighton Bomb“, dass Clara´s Lieblingssong von der Punklegende ist und den sie dem verstorbenen Sänger Mensi widmet sowie „Midlife“, „Propaganda“ und „Dakka Dakka Dakka“. Als Clara bereits am Merch steht, gibt es dann noch drei Zugaben. Dann ist Feierabend. Ein Wahnsinnsabend, zwei tolle Bands, sympathische Musiker und Klasse Stimmung. Das Konzert hätte mehr Zuschauer verdient. Gerne bald wieder!