Apologies, I Have None & Blackout Problems in Hannover

Punk Rock steht auf dem Programm, denn das können beide Bands des Abends wirklich gut. Während sich der Zuschauerraum des Lux beständig füllt, verdunkelte sich abrupt das Licht und die Musik verklingt. Seichte Scheinwerfer ziehen wie Nebelschwaden durch die Reihen und allein Schlagzeuger Michael verweilt hinter seinem Arbeitsgerät. Während des Openers „One“ streift der Rest der Band auf die Bühne, einzig Frontmann Marcus Redetzky springt mit gekonntem Anlauf auf die gut positionierte Mittelsäule des Lux und fährt in die Menge: „I stand on top of this city looking down…“ BLACKOUT PROBLEMS bestechen ohne Frage durch ihr Können und so dauert es nicht lang, bis sich das Publikum zum Tanzen und Pogen einladen lässt. „Hannover. Wir wollten heute mal das Gerede der Musik überlassen. Danke, dass ihr das zugelassen habt. Tschüss“, verabschiedet sich Redetzky, während er erneut auf die Zwischenwand klettert, in die Menge springt, die Diskokugel abklatscht und sich von der Menge Richtung Zugabe tragen lässt.

Während vor der Tür des Lux der Herbst mit seinen kalten Winden dafür sorgt nicht mehr geleugnet werden zu können, steigt die Temperatur im inneren des Venue von Minute zu Minute: APOLOGIES, I HAVE NONE lösen ihre Mitstreiter BLACKOUT PROBLEMS ab und Frontmann Josh McKenzie bedankt sich bei Redetzky mit einem freundschaftlichen Kuss auf die Wange. Nachdem der nicht ganz unproblematisch wirkende Soundcheck geschafft ist und McKenzie dem Tontechniker das Signal „Geil!“ gibt, bleiben die vier Briten direkt auf der Bühne und starten nach einer kurzen Begrüßung mit dem Titel „The 26“.

Über eine knappe Stunde spielen APOLOGIES, I HAVE NONE eine stimmige und sehr ausgeglichene Mischung aus Songs des aktuellen Albums „Pharmacie“ und dem Vorgängerwerk „London“. Auch der Titel „Coffee, Alcohol, Codeine, Repeat“ der 2014er EP „Black Everything“ findet seinen Platz auf der Setlist. Als in einer kurzen Pause aus dem Publikum der Ruf nach einem Wunschtitel ertönt, muss Mckenzie gestehen, dass sie den gewünschten Song aktuell leider nicht live spielen können. Allerdings könne er verstehen, wenn der Gast nun gehen wolle. Ganz nah am Publikum entstehen immer wieder solche kleinen, humorvollen Interaktionen.

Atmosphärisch treffend verdunkelt sich das Bühnenlicht und taucht das Lux in sphärische Blau- und Grüntöne. Der Blick auf die Bühne lässt die Musiker immer mehr schemenhaft erscheinen – besser hätte man die düstere Schwere des aktuellen Albums „Pharmacie“ nicht wirken lassen können. Während man in den aktuellen Songs wenig Optimismus finden kann und immer wieder feststellen muss, dass die Zeit eben nicht alle Wunden heilt, kann man jedoch umso mehr Hoffnung aus dem gemeinschaftlichen Konzerterlebnis und der geteilten Liebe zu genau dieser Musik schöpfen. Heute Abend ist keiner der Anwesenden allein und dürfte es trotzdem sein.

APOLOGIES, I HAVE NONE arbeiten sich mit ihren Texten und Melodien durch den schweren Lichtvorhang und bewegen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur die Füße, sondern auch die Herzen der Besucher.

APOLOGIES, I HAVE NONE

BLACKOUT PROBLEMS