Millencolin – True Brew

Mit einer feuerwerksgleichen Explosion dröhnt einem das neue Studioalbum “True Brew” der vier Schweden Millencolin aus Örebro um die Ohren und lässt den Hörer tief durchatmen. Das Warten hat ein Ende und endlich auch einen Sinn.

„Wir sind verdammt nochmal bereit für die anstehenden Konzerte und eine Band, die seit Teenagertagen Seite an Seite durchs Leben geht!“

Back to the roots

Back to the roots mutet die Devise und so erscheinen Millencolin ineinander unfassbar schlüssig. Kein Wunder nach 23 Bandjahre, sieben Alben und 1500 live Shows. Das Album wurde eigenständig von der Band aufgenommen, in den Fascination Street Studios von Jens Borgen gemixt und durch Sänger und Bassist Nikola Sarcevic und Gitarrist Matthias Färm in den Soundlab Studios produziert. Das Artwork, alle Bilder und Videos entstanden durch Gitarrist Erik Ohlsson´s wunderbare Gestaltungskraft. Für dieses nach wie vor perfekt funktionierende Gefüge findet Sarcevic die richtige Worte: „Wir sind eine Band, die durch Respekt, das gegenseitige Verständnis und unsere Leidenschaft zur Rock Musik entstanden ist. Wenn du uns fragst, ist das der beste Job der Welt.“

Der gute alte Skatepunk wird ernst und ersetzt die typischen Spaßthemen durch eine vermehrt kritischeren Blickwinkel

Das galoppierende Schlagzeug und die schnellen, handwerklich perfekt umgesetzten Riffs sind klare Indizien auf Einflüsse Bad Religions, eine der ersten Ikonen Millencolins. So kamen die Schweden wohl auch zu Epitaph. Textlich kann man eine ganz klare Entwicklung erkennen: Der gute alte Skatepunk wird ernst und ersetzt die typischen Spaßthemen durch eine vermehrt kritischeren Blickwinkel. Wie noch nie zuvor beschäftigt sich der Vierer nachdrücklich mit sozialpolitischen Themen. In „Sense & Sensibility“ behandelt Sarcevic beispielsweise das nach wie vor wachsende Problem von national und rassistisch gesinnten Parteien in seinem Heimatland Schweden.

„True Brew“ ist ein tiefes Ein- und Ausatmen mit geschlossenen Augen

Alles in allem ist „True Brew“ eine Mischung von alten und aktuellen Einflüssen rund um die Band und wahrscheinlich gerade deswegen das stärkste Album der letzten zwei Dekaden Millencolin. „True Brew“ ist ein tiefes Ein- und Ausatmen mit geschlossenen Augen. Es bringt einem das langersehnte Grinsen aufs Gesicht, was weder Finger noch Fuß im Zaum halten kann. Wir sind verdammt nochmal bereit für die anstehenden Konzerte und eine Band, die seit Teenagertagen Seite an Seite durchs Leben geht!

Stream: Millencolin – True Brew