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Periphery live in Hamburg

Foto: Peter Detje

Wenn die US-Djent-Pioniere von Periphery rufen, weiß man genau, was einen erwartet: vertrackte Rhythmen, messerscharfe Riffs und eine stimmliche Achterbahnfahrt. Gestern Abend machte die Band im Rahmen ihrer Europa-Tour Halt in der Hamburger Markthalle. Wer dachte, dass der Norden an einem Mittwochabend eine kühle Brise bereithält, wurde drinnen schnell eines Besseren belehrt.

Tropische Temperaturen und Club-Atmosphäre

Schon beim Betreten der Markthalle fiel auf: Das Konzert war leider nicht ausverkauft. Wer jedoch befürchtete, dass dadurch die Stimmung leiden könnte, sah sich getäuscht. Die verbleibenden Lücken füllten sich schnell mit purer Energie – und enormer Hitze. Drinnen war es gefühlt noch ein ganzes Stück heißer als unter der Hamburger Sommersonne draußen. Die stickige Luft sorgte dafür, dass sich einige Besucher*innen erschöpft, aber glücklich, auf den Stufen der Markthalle positionierten, um das Spektakel von dort aus zu verfolgen.

Musikalisch lieferten Spencer Sotelo, Misha Mansoor und Co. exakt dieselbe Setlist wie am Vorabend in der Kölner Live Music Hall ab – ein perfekt ausbalancierter Mix aus brachialen Nackenbrechern und atmosphärischen Passagen.

Druckvoller Sound und Dynamik im Pit

Ein großes Lob muss an die Tontechnik gehen: Der Sound war absolut top – extrem druckvoll, fett im Bassbereich und dennoch so definiert, dass die komplexen Gitarren-Layer und das tighte Schlagzeugspiel nicht im Soundbrei untergingen.

Diese Steilvorlage nutzte das Hamburger Publikum dankend. In der Mitte der Halle bildete sich ein überschaubarer, aber feiner Moshpit, der perfekt zur Dynamik der Songs passte. Mal ging es dort passend zu den brutalen Breakdowns härter zur Sache, mal beruhigte sich das Ganze bei den progressiveren, melodischeren Parts wieder zu einem entspannten Mitbouncen.

Das große Highlight kurz vor Schluss

Obwohl Kracher wie Wildfire oder Atropos die Menge von Anfang an im Griff hatten, sparte sich das Hamburger Publikum die absolute Eskalation für das Finale auf. Die lautesten Publikumsreaktionen des gesamten Abends gab es bei „Everyone Dies Alone“, dem vorletzten Song des Abends.

Fazit: Periphery haben Hamburg trotz tropischer Hallentemperaturen und einer nicht ganz vollen Hütte begeistert. Ein handwerklich makelloser, sympathischer und druckvoller Auftritt, der den Fans in der Markthalle sicherlich noch länger in den Knochen stecken wird.

Setlist:

  1. Obsession
  2. Wildfire
  3. Atropos
  4. Heaven on High
  5. Make Total Destroy
  6. Facepalm Mute
  7. Letter Experiment
  8. Psychosphere
  9. Neon Valley
  10. Mr. God
  11. Unlocking
  12. Everyone Dies Alone
  13. Blood Eagle