Die nächste Entlassungswelle trifft die Musikmedien mit voller Wucht: Bei BrooklynVegan, Alternative Press, Revolver und Goldmine soll nahezu die komplette Belegschaft entlassen worden sein. Laut Pitchfork wurden die Mitarbeitenden der vier Publikationen offenbar am gestrigen Tag von der Muttergesellschaft Veeps vor die Tür gesetzt.
Besonders bitter: Bei BrooklynVegan sollen E-Mails an zahlreiche Redaktionsmitglieder bereits zurückgekommen sein. Eine Ausnahme bildet offenbar Gründer Dave Levine. Veeps, die Livestream- und Ticketing-Plattform der Good-Charlotte-Brüder Benji und Joel Madden, gehört inzwischen zum Live-Nation-Konzern und hatte die Publikationen nach deren früheren Verbindungen zu MDDN und Project M offenbar 2024 oder 2025 übernommen.
Betroffen sind einige der traditionsreichsten Stimmen der internationalen Rock-, Punk- und Metalszene: BrooklynVegan existiert seit 2004, Revolver gehört seit den frühen 2000ern zu den etablierten Magazinen für Hard Rock und Metal, Alternative Pres wurde bereits 1985 in Cleveland gegründet. Goldmine reicht sogar bis in die Mitte der 1970er zurück und gilt als Institution für Plattensammler.
Der Kahlschlag reiht sich in eine ganze Serie von Einschnitten im Musikjournalismus ein. Erst im April waren im Zuge von Entlassungen bei Sony unter anderem Metal Injection, MetalSucks und das Blast Beat Network betroffen.
Für die Szene ist das mehr als eine weitere Unternehmensmeldung: Wenn etablierte Musikmedien ihre Redaktionen verlieren, verschwinden nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch journalistische Strukturen, die über Jahrzehnte Bands, Subkulturen und unabhängige Musik begleitet haben.









