Peters musikalischer Jahresrückblick 2022

2022. Ein Jahr, das gemischte Gefühle hervorruft. Corona, Ukraine, Iran. Gefühlt hält die Welt seit Monaten die Luft an. Wir leben weiterhin und vielleicht mehr denn je in Zeiten, die verunsichern, aufwühlen und das ein oder andere Mal ziemlich sprachlos machen. Trotzdem schaue ich auf 2022 auch mit einem positiven Blick zurück. Denn musikalisch war 2022 durchaus ein erfreuliches Jahr. Und auch wenn Musik die ganzen Missstände natürlich nicht ungeschehen macht, ist sie zumindest eine erfreuliche Abwechslung und Ablenkung. Sowohl live als auch auf Platte (oder im Stream). Und darum soll es in diesem Rückblick letztlich ja auch gehen.

Ich wünsche mir, dass es für Künstler:innen, Clubbetreiber:innen und Veranstalter:innen generell wieder bergauf geht und die Konzertbesucher:innen sich wieder häufiger trauen Tickets im Vorverkauf zu kaufen.Peter

Meine Lieblingsalben 2022

The Wonder Years – The Hum Goes On Forever

Nach “Sister Cities”, das 2018 veröffentlicht wurde, habe ich die Band unerklärlicherweise total aus den Augen verloren. Durch Zufall habe ich dieses Jahr mitbekommen, dass ein neues Album am Start ist und mich direkt neu in die Band verliebt. Vor allem der finale Song “You*re the Reason I Don’t Want the World to End” hat’s mir angetan.

Fjørt – nichts.

Platte des Jahres. Energie, Wut, Spielfreude, Angepisstheit, Emotionen. Fjørt machen in 13 Songs und knapp 50 Minuten ernst. Bei jedem Durchlauf entdecke ich gefühlt einen neuen Lieblingssong. Das lange Warten auf das neue Album hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Kraftklub – Kargo

Auch bei Kraftklub war die Wartezeit auf eine neue Platte relativ lang. Auch hier hat es sich gelohnt. Die Vorab-Singles konnten mich mit Ausnahme von “Ein Song reicht” zwar nicht so wirklich überzeugen, vor allem die zweite und vorher unveröffentlichte Hälfte von “Kargo” weiß aber zu gefallen. Und live macht das Zeug nochmal so viel mehr Spaß!

Silverstein – Misery Made Me

Silverstein bleiben Silverstein. Und das ist verdammt gut so. Vor der Veröffentlichung habe ich mich schon gefragt, ob es überhaupt noch notwendig ist, dass Silverstein neue Musik machen. Schließlich hatte die Band schon vorher 10 Studioalben veröffentlicht.Eigentlich könnte die Band auch mit dem alten Zeug immer wieder auf Tour gehen. Der Songkatalog ist so groß, dass man keine neuen Songs mehr bräuchte. “Misery Made Me” überzeugte mich aber dann doch vom Gegenteil.

Post Malone – Twelve Carat Toothache

Musikalisch eigentlich nicht mein “cup of tea”, aber Post Malone fasziniert mich trotzdem schon seit langer Zeit. Das neue Album gefällt mir sehr, das Intro “Reputation” hat mich sofort in seinen Bann gezogen und legt den Grundstein für ein abwechslungsreiches Album.

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The Devil Wears Prada – Color Decay

Kommen wir zu zwei Bands, die ich in dieser Auflistung nicht vermutet habe. Bei The Devil Wears Prada erscheint das aus meiner Sicht noch etwas weniger überraschend. Spätestens nach der Vorab-Single “Time” hatte die Metalcore-Formation meine Aufmerksamkeit. Was ein Brecher. Auch der Rest des Album weiß zu überzeugen.

Red Hot Chili Peppers – Return of the Dream Canteen

Die Red Hot Chili Peppers hatte ich in dieser Auflistung am wenigsten vermutet. “Unlimited Love” war ernüchternd und dass die Band irgendwann im Laufe des Jahres ein weiteres Album ankündigte, bewirkte keine Begeisterungsstürme. Reinhören musste ich trotzdem und wurde positiv überrascht. Die Peppers können es noch und geben mir mit der neuen Platte total die “Stadium Arcadium”-Vibes.

Meine Lieblingskonzerte 2022

Casper | Hamburg | 04.04.2022

Casper in einem Club wie dem Uebel & Gefährlich zu sehen, war definitiv besonders. Vor allem, wenn man bedenkt, dass er bei der Herbsttour die Sporthalle ausverkauft, in die ca. 6x das Uebel & Gefährlich passt. Trotzdem gab es eine volle Show und mehr als 2 Stunden Konzert auf die Ohren. Fett!

Fjørt | Hamburg | 27.08.2022

Vier Konzerte an einem Tag spielten Fjørt jeweils in Köln und in Hamburg. Bei zwei Konzerten in Hamburg konnte ich dabei sein und durfte so die Alben “Kontakt” und “Couleur” in voller Länge hören. Nach langer Live-Pause meldeten sich Fjørt damit zurück. Die Vorfreude auf die Shows nächstes Jahr ist groß!

Fjørt zweimal live in Hamburg

Parkway Drive | Hamburg | 21.09.2022

Parkway Drive sind in den Arenen angekommen! Die Band spielte vor geschätzt 9.000 bis 10.00 Zuschauer:innen in der Barclays Arena in Hamburg und bewies, dass sie sich das mehr als verdient hat. Nach langer Live-Pause hatten Parkway Drive einiges nachzuholen und zeigten eine perfekte Metal-Show im Großformat.

Parkway Drive, While She Sleeps und Lorna Shore live in Hamburg

Frank Carter & the Rattlesnakes | Hamburg | 08.11.2022

Vom Hafenklang über das headCRASH in die Markthalle. Ich kann die Male, die ich Frank Carter und seine Rattlesnakes live gesehen habe, nicht mehr an einer Hand abzählen. Doch Frank und seine Bandkollegen wissen live immer zu überzeugen. Es macht einfach nur Spaß den Mannen beim Musik machen zuzuschauen.

Frank Carter & the Rattlesnakes live in Hamburg

Kraftklub | Hamburg | 14.11.2022

Die Sporthalle in Hamburg. Eigentlich eine Garantie, dass ein Konzert nicht in irgendeiner Bestenliste landet. Kraftklub schafften es aber trotzdem. Denn als einige von ganz wenigen Bands gelang es den Chemnitzern bzw. den Technikern der Band, dass das Konzert nicht nach Blechdose klang, sondern tatsächlich nach Musik. Das hat in der Sporthalle Seltenheitswert. Dass Kraftklub eine begnadete Live-Band ist, sollte inzwischen bekannt sein. Die neuen Songs reihen sich nahtlos in das bestehende Material ein und Kraftklub wissen einfach, wie man die Fans dazu bringt, für 2 Stunden den Kopf abzustellen und sich nur auf das Konzert zu konzentrieren.

Kraftklub und Power Plush live in Hamburg

Worauf ich mich 2022 am meisten freue

Paramore! Album, Konzerte, Festivals, mir egal. Auch wenn mir das neue Material musikalisch nicht mehr zu hundert Prozent zusagt, sind Paramore einfach eine meiner all time favourite Bands. Und die Gewissheit, dass die Band ein neues Album veröffentlicht und die Hoffnung (ich denke berechtigt) auf Konzerte in Deutschland und dem europäischen Festland, lassen mich – zumindest musikalisch – positiv auf das neue Jahr blicken.

Ich wünsche mir zudem, dass es für Künstler:innen, Clubbetreiber:innen und Veranstalter:innen generell wieder bergauf geht und die Konzertbesucher:innen sich wieder häufiger trauen Tickets im Vorverkauf zu kaufen. 2021 wurden so viele Konzerte aufgrund von schlechten Ticketverkaufen abgesagt oder verschoben, wie wahrscheinlich nie zuvor. Ich wünsche mir, dass sich das in 2022 nicht wiederholt und sich eine bessere Planbarkeit für alle Beteiligten einstellt.