Sam Alone & Gravediggers und North Alone

    Rund 60 Besucher des Lindener Lux-Club zelebrierten gemeinsam mit der portugiesischen Band Sam Alone & Gravediggers einen wunderbaren Konzertabend zwischen Protestsongs, „On The Road“-Melodien, Working-Class-Hymnen und einem großartig leichten Gefühl der Begegnung mit guten Freunden. Im Zuge ihrer aktuellen Europatour präsentieren die Portugiesen ihr aktuelles Album „Tougher Than Leather“.

    Den Auftakt machen die Osnabrücker NORTH ALONE. Sänger Manuel North zog, gemeinsam mit dem 22-jährigen So-Kumneth Sim an der Violine, die überschaubare Zuhörerschaft schnell in seinen Bann. Gegen Ende ihres Sets bedankte sich Manuel North bei seinen Gästen dafür, dass sie ihr Handy während der Show in den Taschen ließen, denn schließlich gehe es darum, sich der Musik zu widmen. Wahre Worte.

    Nach einer kurzen Pause betritt Poli Correia gemeinsam mit seinen Totengräbern die Bühne. Der sympathische Frontmann ist den meisten wohl besser als Sänger der europäischen Hardcoreband DEVIL IN ME bekannt. Heute steht Poli unter seinem Pseudonym SAM ALONE auf der Bühne. Die harten Gitarrenanschläge tauscht er gegen eine seichte Singer/Songwriter-Romantik, welche durch seine Band THE GRAVEDIGGERS vorzüglich umzeichnet werden. Auch in dieser Formation erlebt man ihn in absoluter Hochform. Ob politisch oder gesellschaftlich: brutal ehrlich spricht er in seinen Texten das an, was viele von uns denken. „Europa ist eine Katastrophe, Portugal ist es auch. Für eine portugiesische Band ist es ein riesen Aufwand außerhalb Portugals auf Tour zu gehen.“, erklärt er seinen Fans und zeigt schnell, dass er sich nicht davor scheut das zu sagen, was er denkt.

    Doch nicht nur über die ernsten Themen des Alltags erzählt der aus Faro stammende Correia immer wieder kleine Geschichten, auch über seine Tochter erfahren wir deren Vorliebe für Einhörner. Den Auftakt bildet die Hymne „Gardens Of Death“. Es dauert nicht lang, bis sich die Besucher vor der Bühne versammeln.

    Neben mitten ins Ohr gehenden Sing-Alongs wie „Deathproof“, „Little World“ oder „Restless“, spielt der Sechser auch die Alltime-Hymne „Believers & Renegades“. „Es ist ja völlig egal ob wir neue oder alte Songs spielen“, scherzt der Charismat, „ihr kennt ja wahrscheinlich eh kaum was von uns“. Dass er damit nicht ganz richtig liegt, zeigt sich spätestens bei den widererwartend textsicheren Fans in den ersten Reihen. Hut ab!

    Wer dieser sympathischen Band bis dato nicht eh schon verfallen ist, wird sich definitiv seit dem Konzert vom vergangenen Montag nicht mehr gegen so viel super ehrliche Musik wehren können. Für alle die nicht dabei sein konnten, ist es eine absolute Hörempfehlung. „Brothers and Sisters, Lovers and Believers, Dreamers and Renegades, Those Are My Heroes“, generiert sich der Closer schnell als Ohrwurm. So schicken Sam Alone & The Gravediggers nach rund zwei Stunden ein glückliches Publikum mit dem Titelsong „Tougher Than Leather“ in die frühe Montagnacht.

     

    NORTH ALONE

    SAM ALONE & THE GRAVEDIGGERS

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