Strung Out und The Corps in Hannover, Bei Chez Heinz

Auch wenn Hannover die erste große Hitzewelle des Jahres überstanden hat, bleibt es konzerttechnisch heiß in Hannover. Denn am Donnerstag, den 2. Juli, sind Strung Out zu Gast im Bei Chez Heinz. Die Bandhistorie der Amerikaner reicht auch schon 35 Jahre zurück und so ist mit nostalgischen Momenten und Skatepunk vom Feinsten zu rechnen. Als Support übernehmen The Corps den Auftakt an diesem Abend.

Einmal Applaus für die Vorband, bitte!

Gegen 20:15 Uhr starten The Corps mit ihrem Set. Fast 40 Minuten gibt das Quartett mächtig Gas. Die Mischung aus Skatepunk, Poppunk und einigen deftigen Metalriffs kommt gut an, auch wenn der Raum zwischen Bühne und Publikum über das gesamte Set sehr groß bleibt. Überhaupt zeigt sich das Publikum in Hannover, am Ende sind es knapp 130 Besucher, eher zurückhaltend an diesem Abend. Der Band aus Vancouver scheint es relativ egal zu sein. Von Beginn haben die Kanadier sichtlich Bock und starten mit „Dear Detective“, „On The Brink“ und „Ionized“. Sänger Dan ist angetan vom Publikum, wobei eine sarkastische Note nicht zu überhören ist. „Ihr seht euch die Vorband an, ihr seid super, applaudiert euch selber!“ Auffällig von Beginn an sind die großen leichtenden Ringe, die jeder Musiker an der Hand trägt. Nur der Drummer hat seinen am Schlagzeug befestigt. Auch wenn verhalten, so scheint die Band mit zunehmender Spieldauer die Sympathien in Hannover für sich zu gewinnen. Mit Songs wie „Hazardous“, „Red Horizon“, „Jonah Hey“ und „Another World“ ist das aber auch kein Wunder. Sänger Dan fordert dann noch einmal Applaus für Strung Out und die Supportband, also The Corps, ein, dann ist mit „Dogs Of War“ Schluss. Gute Show, die Spaß gemacht hat.

60 Jahre Scorpions – danke Hannover!

Nach etwas frischer Luft auf dem Heinz-Hof geht es nach kurzer Umbaupause gegen 21:15 Uhr weiter. Strung Out sind an der Reihe. Das Quintett ist eine dieser Fat Wreck-Bands, die sich schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erspielen konnte, in ihrer 35-jährigen Bandhistorie, die aber irgendwie nie richtig aus dem Schatten von Bands wie NOFX, Lag Wagon oder Pennywise zu treten vermochte. Und doch haben die Kalifornier ihre kleine Fangemeinde, die von Beginn an die Songs mitgröhlt und tanzt – die Mehrheit hält sich aber eher zurück. Strung Out überzeugen dabei vor allem mit ihrem technisch einwandfreien Punkrock, starken, verfrickelten Riffs und tollen Songs. Die Setlist ist ein kleines Best-Of des bisherigen Schaffens und so gibt es u.a. „Too Close To See, „Bring Out Your Dead“, „Matchbook“, „Exhumiation Of Virginia Madison” oder „Firecracker“ zu hören. Zu Beginn lassen die Kalifornier nur ihre Songs sprechen. Dann bedankt man sich für 60 Jahre Scorpions beim Publikum und spielt „Rock You Like A Hurricane“ an und fragt „Kennt ihr das?“. Die Lacher sind so auf ihrer Seite.

Jetzt tanzt auch die Kopfnicker-Fraktion

Weiter geht es u.a. mit „The Kids“, „Never Good Enough“, „The Animal And The Machine“ und „Daggers“. Die Band hat Bock und zeigt wahre Spielfreude. Allerdings hat man den Eindruck, dass dieser Funke nicht so ganz auf das Publikum überspringen will. Erst zur Zugabe nach knapp 50 Minuten sieht das plötzlich anders aus. Die abschließenden drei Songs an diesem Abend werden dann doch noch richtig und lautstark abgefeiert. Jetzt tanzt auch die Kopfnicker-Fraktion und nutzt die letzte Chance auf Party und Spaß. Zu den Zugabensongs gehören „New Gods“, „Velvet Alley“ und „Everyday“. Dann ist nach 65 Minuten Schluss. Strung Out haben einen wirklich guten Tag erwischt, das Publikum eher nicht so. Erst zum Schluss wurde es noch einmal richtig stimmungsvoll. Dennoch, ein wirklich guter Abend!