Grailknights live in Hannover

    Foto: Maria Graul

    Es ist Metal-Superhelden-Samstag in Hannover: Nach den Heavysaurus auf der Kulturwiese im Ricklinger Bad geht es am Abend im acht&siebzig Biergarten hinter der Gilde Parkbühne mit den Lokalhelden Grailknights weiter.

    „New Muscle-Workout confirmed!“

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    Bestuhlung hin oder her

    Die Musiker, die in Grailham City a.k.a. Hannover zu Hause sind, begeben sich schon von Beginn an immer wieder in einen (so weit es aktuell geht) innigen Kontakt mit ihren Fans, bespielen die Bühne über fast zwei Stunden mit einem wunderschönen Strahlen im Gesicht und zeigen sich deutlich zufrieden mit der ausgelassenen Feierlaune ihrer unfassbar treuen Fans – Bestuhlung hin oder her. Im Zwischenspiel von Band und Publikum gelingt letztendlich die nervenaufreibende Mission, den bösen Dr. Skull in die Knie zu zwingen und den Heiligen Gral in sicherer Verwahrung vor den finsteren Mächten zu wissen.

    Bildergalerie: Grailknights

    Völlig verdient muss man sagen, denn der sogenannte Battlechoir ist wohl eine der treuesten Fangruppen, die man sich nur vorstellen kann. Im Publikum sind bereits vor der Show aufwendig gefertigte Capes und Kostüme zu bestaunen, die „Grailknights Battlechoir“ Rufe hallen in den frühen Abend und erhalten das sofortige „Yes, Sire“ Echo, Bierkrüge werden zum Aufwärmen für die Grailrobics gestemmt und die Stimmung ist immer ausgelassen – zumindest immer dann, wenn der olle Dr. Skull sich nicht blicken lässt.

    „What A Feeling“

    Um diesem fiesen Stinkstiefel ein neues Schnippchen zu schlagen, haben die heroischen Musiker gleich mehrere neue Songs im Gepäck – Verwirrung ist nämlich noch immer der beste Angriff. Es wird gepost und die frisch geölten Muskeln spielen gelassen, man ist albern und angenehm selbstironisch und das wichtigste aber, man spielt endlich wieder ein Heimspiel. “Es ist so schön wieder in Grailham-City zu sein! Nein, bei euch zu sein!“, stellt Sir Optimus Prime fest und stellt fest, dass man ja auch lang nicht mehr gespielt habe. „Das war vor 2 Wochen…“, klärt Count Cranium und streicht sich durch das wallende Haar. Die Lacher sitzen in all ihrer Spontanität und dabei ist es egal, ob Lord Drumcules mit seinem gebrochenen Arm auf die Schippe genommen wird, Count Cranium seine abgelederten Batterien im Gral versenkt oder Zapfi sich auf die Bult verzogen hat, um Sonntag verkatert aus dem Rennstall zu fallen.

    Coolnessfaktor á la Skull

    Während die einen Spaß haben, mault der andere in gewohnter Tradition mürrisch über den Platz. Und wenn Dr. Skull auf die nicht so ganz clevere Idee kommt, ein frisch gezapftes Dosenbier von Zapfi zu klauen, wird er direkt von einem motivierten Gast mit einem Stuhl über dem Kopf gestellt, um dann über den restlichen Abend das Publikum frisch frei von der Seele durch zu beleidigen. „Fresst Frost“ ist da fast noch das harmloseste, um für den selbstbenannten Coolnessfaktor zu werben. „Ihr stinkt“ pöbelnd, klaut er natürlich den Gral, wird diesen, natürlich, am Ende des Abends trotz Laserschwert auch wieder verlieren und sammelt „Buh“ Rufe noch und nöcher.

    „What A Feeling“, bereitet das Ende des heroischen Abends und bringt die Fans vor der Bühne nur noch mehr in Extase – Zugaben werden gefordert und mit dem von den Gästen geforderten “Pumping Iron Power” bedient. Auch nach der Show verschwindet der Fünfer nicht sang- und klanglos im Backstage, sondern verteilt sich unter den Fans. Freunde werden begrüßt und herzlich umarmt. Scheinbar jeder Fan bekommt sein ganz persönliches Autogramm von den ausdauernden Helden und auch für einen kurzen Plausch nehmen sie sich ordentlich Zeit.

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