Sarahs musikalischer Jahresrückblick 2020

Zu 2020 kann man wohl entweder sehr viel oder sehr wenig schreiben – in diesem Falle entscheide ich mich mal für Letzteres, denn ich wüsste auch ehrlich nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören sollte. Im Wesentlichen wissen wir alle, was in diesem Jahr los war und jeder zieht seine eigenen Schlüsse daraus. Ich hoffe einfach, dass Ihr alle gesund seid.

Für mich war das Jahr auf jeden Fall sehr lehrreich in vielerlei Hinsicht und der Wink mit dem Zaunpfahl, dass immer funktionieren nicht ganz so drin ist.

Nun, um zum Sinn dieses Artikels zu kommen, 2020 war musikalisch sehr zweigeteilt für mich. Einige meiner Lieblingsbands haben sich getrennt oder neu formiert, was zeitweise doch sehr bittersüß war. Gleichzeitig sind so viele großartige Alben, EPs und Singles rausgekommen, die Solidarität innerhalb der Musikszene ist und bleibt beeindruckend und viele Künstler haben definitiv bewiesen, dass Not allemal erfinderisch macht.

Es folgt, wie man es eventuell mittlerweile von mir gewohnt ist, ein Roman.

„Es sind so viele großartige Alben, EPs und Singles rausgekommen, die Solidarität innerhalb der Musikszene ist und bleibt beeindruckend und viele Künstler haben definitiv bewiesen, dass Not allemal erfinderisch macht.“

Mein Lieblingsalben 2020

Wie üblich ist die Entscheidungsfreude nicht auf meiner Seite, weil ich am liebsten jedem Album, das ich dieses Jahr gehört habe diesen Platz widmen würde, aber das würde den Rahmen sprengen. Aber es sind so viele gute und wichtige Alben rausgekommen, dass eine Entscheidung eigentlich kaum möglich ist, hier zumindest der Versuch.

Callejon – Metropolis

In meinem Review im August habe ich es bereits erwähnt und es ist dabei geblieben: „Metropolis“ ist definitiv mein Album des Jahres! (Immerhin so viel kann ich sagen). Großartiges Ding, mein Spotify-Jahresrückblick besteht quasi daraus und es läuft immer noch in Dauerschleife. Um Euch den Roman zu ersparen, der jetzt folgen würde, lege ich Euch einfach mal das Review ans Herz, wenn Ihr Euch dafür interessiert, und das Interview mit Bernhard Horn, das ein weiteres Highlight war. 🙂

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In Hearts Wake – Kaliyuga

Ein sehr wichtiges Album, das aufmerksam macht auf die Lage unserer Welt und uns ermahnt, besser mit ihr und einander umzugehen. In Hearts Wake schaffen es dabei trotzdem irgendwie an das Gute im Menschen zu glauben und verpacken das Ganze noch mit passender Musik. Dazu ist eigentlich jedes Video, das zu „Kaliyuga“ veröffentlicht wurde, genial.

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Parkway Drive – Viva The Underdogs

Der wievielte Jahresrückblick ist das jetzt, in dem ich bekunde wie gerne ich Parkway Drive mag? Wie dem auch sein mag! Dieses Jahr und dieses Album haben meine Meinung zu Livealben komplett geändert. Eigentlich fand ich die mal ziemlich sinnlos, weil (bei den Alben, die ich kannte) häufig die Qualität gelitten hat und man sonst nicht viel mehr davon hatte. Auch wenn ich den deutschen Songs nach wie vor nichts außer der Anerkennung einer lieben Idee abgewinnen kann.

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The Amity Affliction – Everyone Loves You… Once You Leave Them

Das war 2020??? Irgendwie fühlt sich das Jahr wirklich verdammt lang an, aber natürlich dürfen auch The Amity Affliction an dieser Stelle nicht fehlen. Abgesehen davon, dass es generell mal wieder ein tolles Album ist, ist es besonders schön zu sehen, wie The Amity Affliction ihre Experimente der letzten Jahre erfolgreich mit dem Sound verbinden, den man von ihnen kennt und liebt.

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Ghøstkid – s/t

Eigentlich ist es doof, den Text von Ghøstkid mit Eskimo Callboy einzuleiten, aber es muss einfach sein: Ich hätte ehrlich nicht gedacht, dass ich der Trennung von EC und Sushi so viel Positives abgewinnen kann, aber verdammt, dieses Debüt war es allemal wert! Was für ein cooles Album und insgesamt irgendwie doch recht unerwartet? Man hört, welchen Einfluss Sushi auf den Sound seiner alten Band hatte, aber Ghøstkid ist so viel mehr als das und ich bin sehr gespannt, was da noch kommt.

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Weitere Alben, die dieses Jahr ein kleines bisschen besser gemacht haben: „The Way It Ends“ von Currents, „The Death Of Me“ von Polaris, „How To Survive A Funeral“ von Make Them Suffer, „Post Human: Survival Horror“ von Bring Me The Horizon„New Empire, Vol. 1“ und „New Empire, Vol. 2“ von Hollywood Undead (die mit ein paar Bier immer spaßiger werden) und bestimmt noch mindestens zwei oder drei weitere Alben, die mir jetzt nicht einfallen und bei denen ich mich nach Veröffentlichung dieses Artikels frage, wie ich sie vergessen konnte. (Schande über mich!)

 

Meine Lieblingsshows 2020

Praktisch, dass ich dieses Jahr auf genau fünf Konzerten war – aber diese Liste hat trotzdem sechs Punkte.

To The Rats And Wolves, The Disaster Area und Empty Home – Logo (Hamburg)

Bringen wir den schmerzhaftesten Teil direkt zu Anfang hinter uns: Die Abschiedstour von To The Rats And Wolves. Das erste Mal habe ich die Jungs auf der „We Are The Mess“-Tour von Eskimo Callboy live gesehen und es war schön zu sehen, was aus der Band geworden ist. Entsprechend war das Konzert bittersüß, aber eine Wahnsinns-Show und definitiv ein gebührender Abschluss für eine unvergleichliche Band.

Cold Reading und She Danced Slowly – Capri Bar (Bremen)

Konzerte in der Capri Bar sind einfach immer wieder ein Highlight. Super Veranstalter, tolle Bands und eine gemütliche Atmosphäre – was will man auch mehr?

Papa Roach, Hollywood Undead und Ice Nine Kills – Swiss Life Hall (Hannover)

Die letzte Show vor dem Lockdown – wortwörtlich, wurde doch am selben Tag beschlossen, dass es keine Veranstaltungen mehr geben wird. Zugegeben (und wie bereits von Cynthia und Mirco erwähnt) eine sehr fragwürdige Geschichte, die mir auch schon am entsprechenden Abend leichte Bauchschmerzen bereitet hat. Trotzdem ein sehr cooles Konzert und spannend zu sehen, wie sich die Live-Shows von Ice Nine Kills im Vergleich zu ihrer ersten Deutschland-Tour weiterentwickelt haben.

Beartooth, The Amity Affliction und Higher Power – Große Freiheit 36 (Hamburg)

Spannend, The Amity Affliction mit einer neuen Setlist und einem anderen Rauswerfer, als gewohnt zu sehen und eine starke Leistung von Beartooth. Higher Power als Support waren ebenfalls wirklich gut.

VON GRAMBUSCH und Laturb – Überseefestival (Bremen)

Nach drei sehr interessanten Gesprächen über Gott und die Welt und die neuen Songs „Ich nehm‘ Dich mit„, „Herzlichen Glückwunsch“ und „Willkommen in Stockholm“ war es schön VON GRAMBUSCH einmal live zu sehen, aber auch unabhängig davon ein wunderbares Konzert. Auch Laturb, die ich mir zugegebenermaßen nicht mehr angehört hätte, wenn sie mir nicht empfohlen worden wären.

Boatless Booze Cruise und Booze Cruise Festival 2020: The Movie

Ein paar Livestreams habe ich dieses Jahr mitgenommen, aber das Boatless Booze Cruise war mit Abstand der sympathischste. Das Festival hat mich ja 2019 schon aus den Socken gehauen, irgendwie hat das Booze Cruise – digital oder nicht – einfach etwas ganz besonderes und eine unbeschreibliche Atmosphäre, die man selbst alleine vorm heimischen Rechner mitbekommt. Die hat auch der sehr cool gemachte Film mitgenommen.

Meine Neuentdeckungen 2020

Definitiv In Hearts Wake. Die sind, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, bisher komplett an mir vorbeigezogen. Außerdem Callejon – nicht unbedingt als Neuentdeckung, aber als Wiederentdeckung. Dieses Album hat mein Jahr wirklich wirklich bereichert und war in so manchen weniger schönen Momenten ein guter Begleiter. Ghøstkid zählt vielleicht nicht so richtig, weil es die Band in dem Sinne erst seit 2020 gibt?

Cold Reading – alles dazu lest Ihr letztendlich in dem oben bereits verlinkten Konzertbericht, oder Ihr hört einfach hier in „Tree Diagram“ rein.

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Außerdem: VON GRAMBUSCH! Warum lest Ihr unter anderem in den bereits genannten Beiträgen zu „Ich nehm‘ Dich mit„, „Herzlichen Glückwunsch“ und „Willkommen in Stockholm„.

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Weitere Highlights 2020

Die Kategorie habe ich gerade erfunden. Irgendwie finde ich, dass es doch noch ein, zwei Lichtblicke braucht. (Auch hier gäbe es natürlich eine ganze Liste an Dingen, die man erwähnen könnte.) Nicht ganz so thematisch verknüpft, aber dennoch:

Friendly Fire 6

Sagt jetzt vielleicht nicht vielen was, ist aber seit sechs Ausgaben immer wieder ein Highlight für mich und gerade dieses Jahr. Kurz zusammengefasst: Ein Charity-Livestream-Event über 12 Stunden von verschiedenen Streamern und Youtubern, vornehmlich aus der Gaming-Community. Es ist beeindruckend, was aus diesem Event geworden ist und einfach schön zu sehen, was dabei alles rumkommt.

Sleeps Society

While She Sleeps haben Patreon! Damit sind sie natürlich weder die ersten, noch die letzten aber die, von denen ich in diesem Jahr am meisten mitbekommen habe. Das Konzept ist allgemein super und auch hier ist es schön zu sehen, wie viel Unterstützung und Solidarität es doch innerhalb einer Fangemeinde geben kann.

Two Greens

Jetzt werden wir hier sehr lokal, aber: Ein Urban Jungle Concept Store im Bremer Viertel mit einer sehr lieben Inhaberin, der sich auf jeden Fall lohnt und für mich definitiv ein großes Highlight dieses Jahr war. Wahrscheinlich naheliegend, wenn man ein paar Zimmerpflanzen als Haustiere hat. (Vielleicht auch ein paar mehr.)

Worauf ich mich 2021 am meisten freue

Ehrlich gesagt ist das schwer zu beantworten. Ich freue mich auf neue Musik von While She Sleeps, Architects, A Day To Remember, eventuell Parkway Drive und bestimmt noch einigen anderen.

Viel mehr hoffe ich 2021 aber darauf, dass es einfach besser wird, als sein Vorgänger. Ich weiß nicht, ob dieses Jahr der Spiegel war, den es brauchte, um weiter vorwärts zu gehen, aber ich hoffe es. Außerdem hoffe ich, dass all die Künstler und Veranstalter, die die letzten Jahre wohl viel zu selbstverständlich waren im nächsten Jahr immer noch da sind und wir uns bald (sicher!) auf Konzerten wieder treffen können.

In diesem Sinne: Passt auf Euch auf, tragt eine Maske und seid lieb zueinander.